Futalis im Futtertest 2021: Wie gut ist das individualisierte Hundefutter?

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Futalis stellt die Hundenahrung angepasst an das Alter, Unverträglichkeiten und der Rasse zusammen. Wir haben das Konzept getestet von der Bestellung bis zur Fütterung mit unserem Prager Rattler Luke.

Wie verläuft die Bestellung bei Futalis?

Zunächst werden einige allgemeine Informationen abgefragt. Name, Rasse, Geschlecht und Alter werden hier angegeben, ebenso, ob das Tier kastriert ist. Der Name des Hundes wird auf die Verpackung gedruckt. Bei einem Rassehund wird ein Foto der jeweiligen Rasse abgebildet.

Zudem können Hundebesitzer auch ein Bild des Hundes hochladen, das dann auf die Verpackung gedruckt wird. Dadurch ist das Futter komplett individuell, zudem ist es ein schönes Gimmick. Für Luke haben wir die Rasse Prager Rattler ausgewählt. Das Gewicht liegt bei 2,2 kg, er ist über sieben Jahre alt und kastriert.

Anschließend gibt man das Gewicht und den Ernährungszustand an. Die Auswahl zum Gewicht ist in fünf Stufen von stark untergewichtig bis stark übergewichtig angegeben. Luke ist etwas zu leicht.

Die dritte Seite widmet sich der Aktivität des Hundes. Anschließend können genauere Angaben zu Unverträglichkeiten oder Krankheiten gemacht werden.

Die Angaben für Luke bei Futalis

Auf der ersten Seite konnten wir den Namen und die Rasse Prager Rattler eingeben. Sein Geburtstag ist der 16. November 2013. Er ist männlich und kastriert. Auf der zweiten Seite haben wir das Gewicht von 2,2 kg angegeben sowie sein leichtes Untergewicht. Zudem kann hier auch das Zielgewicht angegeben werden.

Dieses liegt bei 2,5 kg. Auf der nächsten Seite haben wir sein Aktivitätslevel angegeben. Dieses liegt im Normalbereich. Bei Futalis können funktionale Ergänzungen angegeben werden. Für Luke haben wir Zusätze für die Gelenke, die beim Prager Rattler rassebedingt sehr empfindlich sind, die Zähne, die Haut und das Fell ausgewählt. Anhand dieser Daten wurde uns anschließend die ideale Ernährung für Luke errechnet.

Während wir nun auf die Bestellung warten, schauen wir mal, was Futalis für Luke zusammengestellt hat.

Was ist in Lukes Futter enthalten?

Die Basis des Futters besteht aus Reis und getrocknetem Huhn. Das Futter für unseren Prager Rattler ist glutenfrei, was wir zunächst sehr gut finden. Allerdings steht Reis an erster Stelle. Die Rohstoffbasis kann auf Süßkartoffel und Schwein geändert werden. Aber auch hier ist die Kohlenhydratquelle am meisten enthalten.

Die Zusammensetzung für Luke

Reis, getrocknetes Huhn, Hühnerfett, Grieben, Möhren, Vollei, Rapsöl, Leinöl, Inulin, Lachsöl, Grünlippmuschelextrakt, Chondroitinsulfat, Hefe, Brennnesselkraut, Natriumpolyphosphat, Eukalyptusöl, Lutein

Das finden wir nicht so ideal, denn Fleisch ist die wichtigste Zutat im Hundefutter. Die verwendeten Öle sind alle hochwertig und sehr gut für Hunde. Besonders das Lachsöl ist reich an Omega-3-Fettsäuren. Leider sind die Angaben bei der Zusammensetzung nicht prozentual angegeben. Somit ist der tatsächliche Gehalt der Inhaltsstoffe schwer nachzuvollziehen.

Die Analyse der Inhaltsstoffe

  • Reis ist eine Kohlenhydratquelle, die leicht verdaut werden kann. Somit ist diese Zutat auch für empfindliche Hunde geeignet.
  • Getrocknetes Huhn ist ein anderes Wort für Fleischmehl vom Huhn. Fleischmehl entsteht, wenn frischem Fleisch und Fleischabfall unter großer Hitze der nährstoffreiche Fleischsaft und das natürliche Fett (ein Geschmacksträger) entzogen wird. Fleischmehl ist daher deutlich nährstoffärmer und geschmacksärmer als Frischfleisch. Wir Menschen bereiten unseren Sonntagsbraten nicht aus Fleischmehl zu, warum ist dann Fleischmehl oft gut genug für unseren besten Freund?
  • Hühnerfett dient hier als Energieträger.
  • Grieben sind ein Nebenprodukt bei der Talg- und Fettgewinnung aus tierischen Produkten.
  • Möhren wirken sich positiv auf die Verdauung des Hundes aus. Zudem ist hier Carotin und Pektin enthalten.
  • Vollei erhöht den Proteingehalt des Futters. Hier sind Aminosäuren, Omega-3-Fettsäuren und Mineralstoffe enthalten.
  • Rapsöl, Leinöl und Lachsöl versorgen den Hund mit essenziellen Fettsäuren und sorgen für eine gute Nährstoffaufnahme.
  • Inulin fördert als Präbiotikum die Verdauung des Hundes.
  • Hefe sorgt für ein schönes Haarkleid.
  • Brennesselkraut unterstützt die Gelenke.
  • Eukalyptusöl sorgt für einen angenehmen Geruch der Hundeschnauze.

Futalis im Praxistest

Luke scheint das individualisierte Trockenfutter zu schmecken.

Luke scheint das individualisierte Trockenfutter zu schmecken.

Als das Päckchen hier ankam, waren wir sehr gespannt, wie die Verpackung nun tatsächlich aussieht und welche Konsistenz und Geruch das Futter hat. Wir öffnen das Paket und sehen vier braune Papierbeutel mit Lukes Namen und Daten darauf. Das Futter ist in vier Wochenrationen aufgeteilt. Wir öffnen den Beutel und sehen verschieden große Pellets.

Hier ändert sich teils auch die Form der Kroketten, was wir zunächst etwas seltsam finden. Zu groß sind die Pellets aber nicht. Die Konsistenz ist fest, aber trotzdem weich. Nachdem man die Pellets in der Hand nimmt, hat man keinen fettigen Film auf den Fingern. Luke kommt sofort zum Schnuppern. Wir halten ihm die Pellets vor die Schnauze und schnell sind sie verschwunden.

Wie viel Futter benötigt Luke?

Pro Tag braucht unser Prager Rattler 77 g des Trockenfutters. Seine erste Portion des Tages wiegen wir mit etwa 38 g ab. Luke hat seine morgendliche Ration schnell verputzt. Geschmacklich scheint er es schon mal sehr zu mögen.

Wie wird Trockenfutter hergestellt?

Für die Herstellung von Trockenfutter für Haustiere gibt es verschiedene Herstellungsverfahren. Das am häufigsten genutzten Verfahren ist die Extrusion, gefolgt von Pressen, Backen und Fleischsaftgaren.

Futalis verwendet einen Extruder für die Herstellung der individuellen Futter. Das ergibt sich aus der Patentanmeldung DE60023106T2 mit der Bezeichnung: „Verfahren zum Anpassen von Tierfutter an Kundenwünsche“. Allerdings hat Futalis den Patentschutz nicht erhalten. Wir vermuten, weil es sich nicht um eine technische Neuerung handelt, sondern lediglich um eine neue Kombination bekannter Techniken.

Mit einem Extruder werden nämlich über 90% aller Hundetrockenfutter hergestellt. Dazu gehören Beneful, Bosch, Edgard & Cooper, Frolic, Hills, Josera, Orijen, Pedigree, Rinti, Royal Canin und Wolfsblut, um nur einige zu nennen.

Der Extruder ist wie eine Art Presse. Ein Brei aus Zutaten wird an einer Seite in den Extruder gegeben. Dieser wird unter Druck bei starker Hitze verarbeitet und durch eine Düsenplatte gepresst. Dort kommen Bänder heraus, welche in die entsprechende Größe geschnitten werden. Die Futterstücke dehnen sich aus und werden im Ofen getrocknet. Nachdem sie abgekühlt sind, werden sie oft in eine in sich drehende Trommel gegeben, wo sie mit einer Mischung aus Aromen zur Geschmacksverbesserung und Konservierungsmitteln beschichtet werden.

Von den Zutaten, die in den Extruder gegeben werden, kann Frischfleisch durch das Verfahren nur etwa ein Viertel ausmachen. Das ergibt sich aus dem Abschlussbericht eines vom Bund geförderten Vorhabens: „Optimierung von Trockenfutterherstellung für Hunde und Katzen“.

Damit wird die tatsächliche Individualität von Futalis Trockenfutter deutlich eingeschränkt. Beispielsweise kann ein hoher Fleischanteil nur durch Fleischmehl erreicht werden.

Extrudiertes Hundetrockenfutter quillt auch im Magen auf.

Besser ist daher Hundenahrung aus der Fleischsaftgarung. Hier wird Frischfleisch im eigenen Fleischsaft gegart. Reduzieren ist eine bekannte Kochtechnik, die den Feuchtigkeitsgehalt vermindert. Der Geschmack wird stärker und eine Bindung tritt ein. So verläuft auch der Prozess der Fleischsaftgarung. Fleischsaftgegarte Trockennahrung ist nicht so trocken wie herkömmliches Trockenfutter. Der reduzierte Fleischsaft bewirkt eine kaubar-weiche Konsistenz der Futterstücke. Durch diese Kochtechnik sind Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe überflüssig.

Zu der Fleischsaftgarung gehört der TÜV SÜD. Das garantiert, dass in Trockennahrung aus der Fleischsaftgarung tatsächlich mindestens 70% Frischfleisch enthalten sind. Das Frischfleisch wird direkt zubereitet. Die fleischsaftgegarte Trockennahrung ist immer einwandfrei, also enthält keine Schadstoffe wie Keime, Bakterien, Schimmelpilze und Schwermetalle. Durch den TÜV SÜD ist das garantiert.

Nahrung aus der Fleischsaftgarung quillt im Magen nicht auf, da es sich wie Fleisch verhält.

Stiftung Warentest nimmt Trockenfuttermarken unter die Lupe

Stiftung Warentest hat im Juni 2021 insgesamt 28 Trockenfuttersorten unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Wolfsblut schneidet am schlechtesten ab. Das ist erschreckend, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um das teuerste Produkt im Test handelt. PLATINUM ist auf Platz 1 der Markenfutter gelandet. Das liegt sicher an dem Herstellungsverfahren, dass der Hersteller anwendet: der Fleischsaftgarung. Da auch Futalis die Extrusion als Herstellungsmethode gewählt hat, währe es nicht verwunderlich, wenn auch diese Marke eher in den mittleren bis letzten Plätzen von Stiftung Warentest zu finden wäre. Leider war der Hersteller bei diesem Test nicht dabei.

Wie steht es um das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Die Bestellung für Luke kostet 55,30 und reicht für 70 Tage. Pro Tag liegen die Fütterungskosten bei 0,79 Euro. Alternativ kann das individualisierte Futter auch für 28 Tage bestellt werden. Hier kostet es dann 0,85 Euro pro Tag. Für einen kleinen Hund wie Luke ist das recht viel. Die Beutelgröße kann als Wochenration oder pro Tag bestellt werden.

Wer Futalis testen möchte, sollte daran denken, den Liefer-Rhythmus auf Einzelbestellung zu ändern. So ist es zwar etwas teurer, aber man bekommt nicht jeden Monat erneut eine Ration. Im Vergleich zu anderen Premium-Trockenfuttern ist Futalis recht teuer. Beispielsweise bei PLATINUM, einem sehr hochwertigen Futter, liegen die Kosten bei 0,37 Euro pro Tag für Luke.

Fazit

Das Konzept von Futalis ist eine gute Idee, die allerdings aufgrund des Herstellungsverfahrens klare Grenzen hat. So ist es nicht möglich, ein Trockenfutter aus einem hohen Frischfleischanteil herzustellen. Dabei gilt Frischfleisch als gesündeste Nahrung für den Hund. Gut finden wir auch, dass online bei der Liste der Inhaltsstoffe alle Zutaten erklärt werden und wofür sie gut sind. Unser Prager Rattler frisst das Futter sehr gerne. Nach den typischen Anzeichen einer Futterumstellung hat er es auch gut vertragen. Die ersten Tage hatte Luke leichte Verdauungsprobleme. Diese haben sich schnell gelegt.

Leider ist Futalis recht teuer, auch wenn man bedenkt, dass jedes Futter individuell ist. Wer einen recht empfindlichen Hund besitzt, für den ist Futalis sicher eine Option. Allerdings gibt es viele Premium-Hersteller, die Frischfleisch anstelle von Fleischmehl verwenden und daher besser geeignet sind.

Über den Autor

Julia Roß

Julia Roß ist noch neu im Team. Seit einigen Monaten hat auch sie eine Fellnase an ihrer Seite. Die kleine Fay ist ein Mix aus Beagle und Labrador und stellt seit ihrem Einzug die Welt ihres Frauchens auf den Kopf. Die Autorin studierte Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt und schreibt seither liebend gern über alles, was ihr Interesse weckt.

2 Kommentare

  1. Avatar

    Danke für den ausführlichen Bericht!
    Wir haben gestern auch mit Schwein/Süßkartoffel angefangen.
    Gibt es weitere Erfahrungen nach der Testphase?

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