Hund kratzt sich am Ohr – was tun?

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Hunde leiden oftmals unter dem Problem, dass die Ohren stark jucken. Das ist dem Tier sehr unangenehm. Der Hundehalter erkennt es daran, dass der Hund ständig versucht, sich mit der Pfote am Ohr zu kratzen. Da ihm jedoch dafür das Feingefühl fehlt, treten durch die Krallen recht schnell Verletzungen an dem Ohr auf. Es kann zu blutenden Wunden an der Ohrmuschel oder sogar am Gehörgang kommen.

Der Hund kratzt sich am Ohr: Allergien könnten die Ursache sein.

Um den lästigen Juckreiz zu bekämpfen, kratzt sich der Hund am Ohr und fügt sich dabei noch schwerere Verletzungen zu. In den Wunden können sich im schlimmsten Fall Bakterien ansiedeln und zu stärkeren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Das sollte unbedingt vermieden werden.

Welche Ursachen lösen diese unangenehmen Symptome aus?

Es gibt diverse Ursachen, die an den Hundeohren einen heftigen Juckreiz auslösen. Zu den häufigsten Verursachern dieser Probleme gehören:

  • Allergien
  • Parasiten
  • Fremdkörper
  • Hautpilze
  • Bakterien
  • zu viel Ohrenschmalz

Allergien treten inzwischen auch vermehrt bei Hunden auf. Diese lassen sich jedoch nur von einem Tierarzt richtig diagnostizieren. Das Gleiche gilt für Parasiten oder einen Befall von Hautpilzen. Auch eine bakterielle Infektion ist nicht auszuschließen.

Deshalb sollte ein Hund, der sich ständig mit der Pfote am Ohr kratzt, unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden. Auf keinen Fall ist es zu empfehlen, dass der Hundehalter selbst irgendwelche Hausmittel anwendet, um damit Behandlungsversuche durchzuführen. Die Ohren beim Hund sind sehr sensibel und vertragen keine Fehler. Zudem ist der Hund auf ein intaktes Gehör angewiesen, weil seine Sehstärke meistens nicht so gut ist.

Der Hund kratzt sich am Ohr und signalisiert damit, dass etwas nicht stimmt.  ( Foto: Adobe Stock - Dogs )

Der Hund kratzt sich am Ohr und signalisiert damit, dass etwas nicht stimmt. ( Foto: Adobe Stock – Dogs )

Wie untersucht der Tierarzt den Hund

Der Hund kratzt sich am Ohr und signalisiert damit, dass etwas nicht stimmt. Deshalb sollte der Besuch bei einem Tierarzt zeitnah erfolgen, weil sonst die Gefahr besteht, dass es zu schlimmeren Beschwerden kommt. Der Tierarzt fragt in der Regel nach Symptomen. Dann reicht es aus, wenn Sie ihm erzählen: Der Hund kratzt sich am Ohr und er macht es immer öfter. Dann weiß der Veterinär sofort, dass er die Hundeohren näher untersuchen soll.

Im ersten Schritt überprüft er, ob sich im Gehörgang ein Fremdkörper befindet. Das kommt bei Hunden recht häufig vor. Beim Toben im Gestrüpp können sich kleine Holzteilchen in den Gehörgang verirren und haften dort hartnäckig an. Manchmal gelangen auch kleinere Steinchen in die Ohren, wenn sich der Hund draußen wälzt. Falls er hin und wieder durch ein Getreidefeld tobt, sammeln sich mitunter Grannen in den Hundeohren. Diese sind sehr widerspenstig. Der Tierarzt nutzt eine helle Leuchte, um sich das Innere des Ohrs näher anzusehen. Daher erkennt er sofort einen Fremdkörper und entfernt ihn mit geeigneten Instrumenten.

Manchmal entdeckt er dort auch Milben oder andere Parasiten. Diese muss er mit speziellen Medikamenten behandeln. Dazu verwendet er zumeist Ohrentropfen. Diese töten die Parasiten ab, sodass sie keinen Juckreiz mehr auslösen können. Es kommt aber auch sehr oft vor, dass sich Bakterien im Gehörgang eingenistet haben. Für eine derartige Infektion findet der Veterinär selbstverständlich ebenfalls eine geeignete Behandlung.

Grundsätzlich gilt, der Hund kratzt sich am Ohr, weil ihn irgendetwas stört. In den meisten Fällen ist es ein Juckreiz, weil dieser ziemlich oft auftritt. Hat der Hund Schmerzen, kratz er sich meistens nicht, sondern hält eher den Kopf schräg und reagiert empfindlich auf Berührungen.

Manchmal ist es einfach nur zu viel Ohrenschmalz, dass einen Juckreiz am Ohr verursacht. ( Foto: Adobe Stock -  Ermolaev Alexandr_)

Manchmal ist es einfach nur zu viel Ohrenschmalz, dass einen Juckreiz am Ohr verursacht. ( Foto: Adobe Stock – Ermolaev Alexandr_)

Der Hund kratzt sich am Ohr aufgrund von Ohrenschmalz

Manchmal ist es einfach nur zu viel Ohrenschmalz, dass einen Juckreiz am Ohr verursacht. Dazu sollte allerdings erwähnt werden, dass ein gewisses Maß an Ohrenschmalz wichtig für die Gesundheit ist. Dieses verhindert, dass Fremdkörper in den Gehörgang eindringen können. Zudem führt es zu einer automatischen Reinigung, weil es Staub und anderen Schmutz abfängt und wieder nach außen transportiert. Deshalb sollte in diesem Bereich nicht übermäßig gereinigt werden. Nur dann, wenn es sichtlich zu viel ist, kann eine Säuberung vorgenommen werden.

Doch bevor die Ohrenreinigung mit alten Hausmitteln vorgenommen wird, sollte vorsichtshalber beim Tierarzt nachgefragt werden. Es ist nicht ratsam, mit mechanischen Gegenständen den Gehörgang vom Ohrenschmalz zu befreien. Für die Reinigung von Hundeohren stehen spezielle Mittel zur Verfügung. Diese greifen die Haut nicht an und bilden gleichzeitig eine schützende Fettschicht. Der Tierarzt kann Ihnen je nach Befund geeignete Reinigungsmittel empfehlen.

Welche Hunde haben die meisten Probleme mit den Ohren?

Es gibt einige Hunderassen, die kaum eine Pflege der Ohren benötigen. Das sind zumeist Rassen, die kleinere spitze Ohren haben. Hunde mit längeren Schlappohren sind in diesem Bereich stärker gefährdet. Falls sich ein Hund mit größeren Ohren draußen auf einer Wiese wälzt, setzt sich oftmals Schmutz an den Innenseiten der Ohrmuscheln ab. Sobald er wieder aufsteht, schüttelt er sich gerne.

Dadurch fliegen die einen oder anderen kleinen Teilchen gerne direkt in den Gehörgang. Normalerweise ist es so, dass sich dadurch eine größere Menge Ohrenschmalz bildet. Dadurch wird ein Juckreiz ausgelöst. Zudem siedeln sich gerne Bakterien darin an, weil es feucht und warm in den Hundeohren ist. Deshalb sollten bei Hunden mit längeren Schlappohren in regelmäßigen Abständen Kontrollen der Ohren vorgenommen werden.

Sie stellen fest, der Hund kratzt sich am Ohr. Dann kontrollieren Sie zunächst, ob Sie Verschmutzungen erkennen. ( Foto: Adobe Stock -   Yekatseryna )

Sie stellen fest, der Hund kratzt sich am Ohr. Dann kontrollieren Sie zunächst, ob Sie Verschmutzungen erkennen. ( Foto: Adobe Stock – Yekatseryna )

Der Hund kratzt sich am Ohr – selbst die Reinigung vornehmen

Sie stellen fest, der Hund kratzt sich am Ohr. Dann kontrollieren Sie zunächst, ob Sie Verschmutzungen erkennen. Sofern der Tierarzt keine Milben, Parasiten oder Bakterien festgestellt hat, können Sie die Reinigung der Hundeohren selbst vornehmen. Die äußere Ohrmuschel tupfen Sie mit einem weichen Tuch ab.

Dieses sollten Sie zuvor mit einem Gemisch aus Wasser und etwas Hundeseife angefeuchtet haben. Auf keinen Fall bei der Reinigung reiben, sondern nur tupfen. Hinterher das Ohr trockentupfen. Der Hund kratzt sich am Ohr, weil ihm der Gehörgang juckt. Deshalb sollten Sie auch diesen reinigen. Mit dem Reinigungsmittel, das Ihnen der Tierarzt empfohlen hat, gelingt es recht einfach.

Dieses befindet sich zumeist in einer Tube, die mit einer langen und flexiblen Spitze versehen ist. Die Spitze führen Sie ein kleines Stück in den Gehörgang ein und drücken etwas von dem Mittel aus der Tube heraus. Damit es überall hingelangt, können Sie es von außen leicht einmassieren. Dazu streichen Sie zunächst ein kleines Stückchen senkrecht nach unten und weiter in Richtung der Schnauze. Das entspricht dann exakt der Form des Gehörgangs.

Das Reinigungsmittel löst hartes Ohrenschmalz auf, sodass es aus dem Gehörgang ausfließen kann. Der Hund kratzt sich am Ohr, weil er sofort spürt, dass sich etwas tut. Das ist dann jedoch schnell vorbei, weil der Juckreiz nach kurzer Zeit nachlässt. Beim nächsten Mal, wenn Sie sehen, der Hund kratzt sich am Ohr, wissen Sie sofort, was zu tun ist. Sie können ihn dann schnell von dem lästigen Juckreiz befreien. Nicht in jedem Fall ist eine Behandlung durch den Tierarzt erforderlich.

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