Hund geistig auslasten: 11 sportliche Aufgaben, aber nur für smarte Fellnasen

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Hunde sind deutlich intelligenter, als man glauben mag. Nichts sorgt mehr für Unmut bei den kleinen Fellnasen als Langeweile. Da reicht es nicht, jeden Tag dieselbe Runde abzulaufen und den Rest der Zeit auf dem Sofa zu liegen. Am besten fördert man die Intelligenz des Hundes schon vom Welpenalter an. In diesem Artikel zeigen wir, wie man den Hund geistig auslasten kann.

Hund geistig auslasten: Kann mein Hund das auch?

Das Sprichwort mit dem alten Hund und den neuen Tricks stimmt so nicht. Jede Fellnase ist für neue Tricks und geistige Herausforderungen geeignet. Allerdings sollte das Niveau bei älteren Hunden angepasst werden. Zudem lernen sie etwas langsamer.

Grundsätzlich ist es aber möglich, dem betagten Vierbeiner den ein oder anderen Trick zu entlocken. Auch Welpen können schon an ihrer Intelligenz arbeiten. Hier stehen zwar zunächst die Grundkommandos wie Sitz, Platz und das Abrufen im Vordergrund, allerdings kann auch bei jungen Hunden die Intelligenz gefördert werden.

Das muss bedacht werden:

  • Alter des Hundes
  • Körpergröße
  • Ausdauer
  • Rassespezifische Grundvoraussetzung
 

11 Tricks und Übungen für intelligente Vierbeiner

Geistige Auslastung beim Hund ist nicht zu Unterschätzen. Den Vierbeiner nur körperlich auszupowern reicht oft nicht. Besonders junge Hunde strotzen vor Energie und sind nicht müde zu bekommen. Intelligenzübungen können hier hilfreich sein.

Bei Jagdhunden wie dem Beagle ist der Geruchssinn besonders ausgeprägt für diese Rassen eignen sich Schnüffel- und Suchspiele besonders gut. Begleithunde wie der Cavalier King Charles Spaniel, der Zwergpudel oder der Chihuahua wollen gefallen. Sie lernen liebend gern neue Tricks.

Der Zeitaufwand für die Intelligenzförderung ist oft gering. Allerdings sollten sie regelmäßig wiederholt werden, damit der Hund bei diesen Aufgaben immer besser wird und sich über seine Erfolge freuen kann. Wir haben 11 sportliche Übungen herausgesucht, die auch für Anfänger perfekt geeignet sind.

Intelligenzspielzeuge eignen sich zudem auch bei schlechtem Wetter, da die Fellnase sich damit in der Wohnung beschäftigen kann.  (Foto: Shutterstock- Lenti Hill )

Intelligenzspielzeuge eignen sich zudem auch bei schlechtem Wetter, da die Fellnase sich damit in der Wohnung beschäftigen kann. (Foto: Shutterstock- Lenti Hill )

Übung 1: Intelligenzspielzeug

Intelligenzspielzeuge gibt es in vielen Varianten. Dabei werden mit Leckerlis gelöste Mini-Puzzle belohnt und dadurch die Intelligenz erhöht. Beispielsweise das Intelligenzspielzeug Doggy-Brain-Train der Firma Schecker schult das Gehirn der Vierbeiner auf eine spielerische Art.

Unter Figuren findet der Hund Leckerlis und muss dazu die Belohnung erschnüffeln und anschließend die Figur umwerfen. Bei einem anderen Spiel muss er mit den Pfoten kleine Plättchen verschieben, um ein Fach mit Leckereien zu öffnen.

Intelligenzspielzeuge eignen sich zudem auch bei schlechtem Wetter, da die Fellnase sich damit in der Wohnung beschäftigen kann. Macht Frauchen oder Herrchen bei den Spielen mit und lässt seinen Hund nicht allein mit den kleinen Aufgaben, stärkt das auch die Bindung zwischen Tier und Besitzer.

Leckerlis verstecken und den kleinen Kerl suchen und schnüffeln lassen ( Foto:  Shutterstock-  msgrafixx)

Leckerlis verstecken und den kleinen Kerl suchen und schnüffeln lassen ( Foto: Shutterstock- msgrafixx)

Übung 2: Schnüffeln und Suchen

Wie schon erwähnt, sind Schnüffelspiele besonders für Jagdhunde geeignet. Aber der Geruchssinn des Hundes ist bei allen Rassen stark ausgeprägt.

Für Schnüffelspiele eignet sich beispielsweise eine Schnüffeldecke, bei der die Leckerlis in Stoffstücken versteckt werden und gefunden werden müssen. Bei besonders gefräßigen Hunden, die gerne schlingen, kann hier auch die Portion Trockenfutter versteckt werden.

Eine andere Option sind Suchspiele. Hier wartet der Vierbeiner, bis Herrchen oder Frauchen ein paar Leckerlis oder ein bestimmtes Spielzeug in der Wohnung versteckt wurde und muss anschließend seine gute Nase einsetzen, um sie zu finden. Auch Familienmitglieder können sich verstecken und finden lassen. Das ist auch für Kinder ein großer Spaß und kann auch gut an regnerischen Tagen gespielt werden.

Apportieren eignet sich beispielsweise in einem Wald oder Feld. (Foto: Shutterstock- Stickler)

Apportieren eignet sich beispielsweise in einem Wald oder Feld. (Foto: Shutterstock- Stickler)

Übung 3: Apportieren

Zum Apportieren haben viele Hunde von Natur aus eine Affinität. Das kann aber auch Vierbeinern beigebracht werden, die sich beim Zurückbringen von Bällchen und Stöckchen bisher schwergetan haben. Apportieren eignet sich beispielsweise in einem Wald oder Feld. Hier muss die Fellnase das Spielzeug im hohen Gras oder kleinen Büschen finden.

Dafür braucht er seine Nase. Zum Üben kann auch ein Dummy eingesetzt werden, der mit Leckerlis gefüllt wird. Immer wenn die Fellnase den Dummy zurückbringt, bekommt er ein Leckerli aus dem Beutel.

Zudem lastet diese Übung den Vierbeiner auch körperlich aus. Sogar noch mehr als nur die einfachen Gassirunden, denn der Hund rennt dem Spielzeug mit hoher Geschwindigkeit hinterher. Daher ist Apportieren auch für Menschen geeignet, die aus gesundheitlichen Gründen nicht viel laufen können, aber ihrem Hund trotzdem die nötige Bewegung geben wollen.

Übung 4: Stilles Training

Eine praktische Übung, die auch im Alltag viele Vorteile bringt, ist das Training mit Gesten, statt mit Worten. Schon bei der Erziehung von Welpen werden Gesten und Kommandos miteinander kombiniert. Ein stilles Training vertieft diese Übungen. Intelligente Hunde lernen stille Kommandos sehr schnell. Meistens reagieren Vierbeiner ohnehin stärker auf Gesten, statt auf Worte.

Die Voraussetzung für dieses Training ist allerdings, dass die Kommandos schon fest im Hundegedächtnis verankert sind. Diese Übung kann auch gut in einer Wohnung bei schlechtem Wetter gemacht werden. Für Welpen, die die Kommandos erst noch lernen müssen, eignet sich das stille Training nicht besonders gut. Ansonsten sind diese Übungen für Fellnasen aller Altersklassen geeignet.

Ein stilles Training vertieft diese Übungen. Intelligente Hunde lernen stille Kommandos sehr schnell.  (Foto: Shutterstock-Melinda Nagy )

Ein stilles Training vertieft diese Übungen. Intelligente Hunde lernen stille Kommandos sehr schnell. (Foto: Shutterstock-Melinda Nagy )

Übung 5: Haushaltshilfe

Diese Übung powert nicht nur den Vierbeiner geistig aus, sie kann auch im alltäglichen Miteinander sehr praktisch sein. Denn hierbei lernt der Hund, im Haushalt mit Kleinigkeiten zu helfen. Natürlich wird er nie die Spülmaschine ausräumen können oder die Wäsche zusammenlegen. Aber mit einem Körbchen im Maul kann er beispielsweise eine leere Flasche in die Küche tragen.

Mit Leckerlis kann man dem Vierbeiner zunächst beibringen, Dinge vom Boden aufzuheben. Dabei eignet sich das Kommando „Heb auf“ sehr gut. Anschließend lernt die Fellnase, diesen Gegenstand in den Korb zu legen und diesen zu tragen. Diese Übung ist besonders geeignet, wenn der Hund sein Spielzeug gern mit sich herumträgt.

Beherrscht der Hund bereits sämtliche Tricks, die notwendig sind, kann er auch Neues lernen. (Foto: Shutterstock-Yolya Ilyasova )

Beherrscht der Hund bereits sämtliche Tricks, die notwendig sind, kann er auch Neues lernen. (Foto: Shutterstock-Yolya Ilyasova )

Übung 6: Neue Tricks

Beherrscht der Hund bereits sämtliche Tricks, die notwendig sind, kann er auch Neues lernen. Hier kann beispielsweise der Hund beobachtet werden. Tut er etwas, das sich als Trick eignet, kann man sich hierfür ein Kommando ausdenken und den Vierbeiner mit Lob und Leckerlis in seinem Verhalten bestärken. Die Fellnase wird dieses Verhalten nun öfter zeigen, da es schon einmal belohnt wurde. Nach einer Weile wird er damit beginnen, den Trick auf Kommando auszuführen.

Geeignete Tricks:

  • Strecken
  • Totstellen
  • Männchen
  • Gib Laut
 

Übung 7: Frustrationstoleranz steigern

Für Hunde kann es sehr frustrieren sein, ein Leckerli vor sich zu sehen, es aber nicht zu bekommen. Oft springt er daher auf und schnappt es sich, auch wenn er weiß, dass er es nicht haben darf. Diese Frustrationstoleranz lässt sich steigern. Das kann so weit ausgebaut werden, dass Herrchen oder Frauchen den Raum verlassen kann ohne, dass der Vierbeiner die Selbstbeherrschung verliert.

Für diese Übung legt man ein Leckerli mit dem Kommando „Nein“ vor die Pfoten des Hundes. Nun darf er nicht aufstehen und sich den Snack nehmen. Er muss warten bis Herrchen oder Frauchen das Leckerli mit dem Kommando „Nimm’s“ freigeben. Das lässt sich zudem auf die Fressenszeit übertragen.

Für Hunde kann es sehr frustrieren sein, ein Leckerli vor sich zu sehen, es aber nicht zu bekommen.  (Foto: Shutterstock-_ EugeneEdge  )

Für Hunde kann es sehr frustrieren sein, ein Leckerli vor sich zu sehen, es aber nicht zu bekommen. (Foto: Shutterstock-_ EugeneEdge )

Übung 8: Agility

Agility powert zwar in erster Linie den Körper aus, sie ist aber auch eine geistige Herausforderung. Hier sind Cleverness, Körperkontrolle und ein Zusammenspiel mit dem Besitzer gefragt. Diese Kombination sorgt dafür, dass selbst die aktivsten Hunde am Abend völlig ausgepowert sind. Wer hierfür nicht extra auf einen Platz möchte, kann das auch problemlos zu Hause machen.

Hier können Stühle, Tische oder Kisten zum Einsatz kommen. Auch Besenstile oder Hütchen eignen sich gut. Wichtig ist nur, dass die einzelnen Aufgaben nicht zu schwierig sind und sich der Vierbeiner nicht verletzen kann.

Übung 9: Distanzarbeit

Besonders jüngere Hunde beherrschen Kommandos nur dann, wenn der Besitzer direkt vor ihm steht. Mit Distanzarbeit kann man den Hund geistig auslasten. Hier soll der Vierbeiner lernen Kommandos auszuführen, auch wenn Herrchen oder Frauchen weiter weg sind.

Übung 10: Schubladen öffnen

Einem cleveren Hund kann man auch beibringen, Schubladen zu öffnen. Dabei wird ein Seil an der Schublade befestigt. Innen befinden sich Leckerlis als Belohnung. Der Vierbeiner kann lernen, spezielle Schubladen zu öffnen und wieder zu schließen. Hat die Fellnase diesen Trick drauf, sollten Futter und Snacks nicht mehr in Schubladen verstaut werde, da die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund sich diese schnappt, recht hoch ist.

Daher ist es sinnvoll, zu Hause zu üben. Hier sind die Gerüche und Eindrücke bekannt und stellen keine Ablenkung dar. Der Vierbeiner ist fokussierter auf seine Aufgabe und kann dadurch schneller lernen. Zudem kann es dabei auch stürmisch und kalt sein, der Hund wird trotzdem ausgelastet und ist dadurch im Alltag entspannter.  (Foto: Shutterstock- Lenti Hill )

Daher ist es sinnvoll, zu Hause zu üben. Hier sind die Gerüche und Eindrücke bekannt und stellen keine Ablenkung dar. Der Vierbeiner ist fokussierter auf seine Aufgabe und kann dadurch schneller lernen. Zudem kann es dabei auch stürmisch und kalt sein, der Hund wird trotzdem ausgelastet und ist dadurch im Alltag entspannter. (Foto: Shutterstock- Lenti Hill )

Übung 11: Körperschulung

Körperschulung ist eine weitere Übung, die sowohl die Kondition als auch die Intelligenz des Vierbeiners fördert. Bei dieser Übung kann man beispielsweise einen Eimer verkehrtherum auf den Boden stellen. Der Trick kann beispielsweise sein, dass der Vierbeiner die Pfote auf den Eimer legt oder einmal herumlaufen soll. Kleine und geschickte Hunde können auch auf den Eimer springen und hier Sitz oder Platz machen.

Ein durchschnittlicher Hund braucht etwa zwei Stunden Beschäftigung am Tag. Die Dauer hängt allerdings von der Rasse und dem Wesen des Tieres ab und ist eher als Richtwert zu verstehen.  (Foto: Shutterstock-DJaeger Photography )

Ein durchschnittlicher Hund braucht etwa zwei Stunden Beschäftigung am Tag. Die Dauer hängt allerdings von der Rasse und dem Wesen des Tieres ab und ist eher als Richtwert zu verstehen. (Foto: Shutterstock-DJaeger Photography )

Hund geistig auslasten: Warum zu Hause besser ist

Bei schönem Wetter sind Fellnase und Besitzer gerne draußen unterwegs. Die Sonne, die Wärme und die vielen Eindrücke und Gerüche sind für beide sehr angenehm und spannend. Allerdings gibt es hier auch viele Ablenkungen. Geräusche anderer Tiere, Kinder, Autos und Fahrräder können das Training behindern, da die Aufmerksamkeit des Hundes schnell auf anderen Dingen liegt als dem Training.

Daher ist es sinnvoll, zu Hause zu üben. Hier sind die Gerüche und Eindrücke bekannt und stellen keine Ablenkung dar. Der Vierbeiner ist fokussierter auf seine Aufgabe und kann dadurch schneller lernen. Zudem kann es dabei auch stürmisch und kalt sein, der Hund wird trotzdem ausgelastet und ist dadurch im Alltag entspannter.

Draußen sollte sich der Vierbeiner am besten ganz auf die Umwelt konzentrieren können. Natürlich steht einer Runde Apportieren nichts im Wege, sollte allerdings nicht als Training genutzt werden. Das Üben sollte zunächst in den eigenen vier Wänden stattfinden.

 

Häufige Fragen

Wie viel Beschäftigung braucht mein Hund?

Ein durchschnittlicher Hund braucht etwa zwei Stunden Beschäftigung am Tag. Die Dauer hängt allerdings von der Rasse und dem Wesen des Tieres ab und ist eher als Richtwert zu verstehen.

Wie lange schläft ein Hund?

Ein Hund schläft zwischen 12 und 14 Stunden pro Tag. Welpen und ältere Hunde benötigen mehr Schlaf.

Woran merke ich, dass meinem Hund langweilig ist?

Hunde, denen langweilig ist, neigen zum Bellen. Damit wollen sie die Aufmerksamkeit des Herrchens oder des Frauchens erregen. Zudem ist eine generelle Unruhe ein eindeutiges Anzeichen für Langeweile.

Woran erkennt man Stress beim Hund?

Wenn ein Hund unter Stress steht, bellt er vermehrt. Zudem zeigt er Beschwichtigungssignale wie eine eingezogene Rute. Grundsätzlich ist der Vierbeiner deutlich angespannter als sonst.

Wie oft muss ein Hund spazieren gehen?

Ein erwachsener Hund muss etwa 3- bis 4-mal täglich spazieren gehen. Hier bekommt er Bewegung und kann sein Geschäft verrichten. Die Häufigkeit variiert je nach Dauer der einzelnen Gassirunden.

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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