Deutsche Dogge: Wissenswertes und Infos zur Hunderasse

Zugegeben, diese riesigen Vierbeiner sind nicht jedermanns Sache: Groß wie ein Kalb, kann sie über 100 Kilogramm Gewicht auf die Waage bringen. Die Rede ist von der Deutschen Dogge. Prominentes Beispiel ist die Deutsche Dogge Giant George aus Arizona – sie wiegt bei einer Größe von 2,02 Metern aufrecht stehend 111 Kilogramm und hat es damit geschafft, als „größter Hund der Welt“ ins Guinness Buch der Rekorde zu kommen. Im Bundesstaat Pennsylvania ist die Deutsche Dogge übrigens der offizielle „State Dog.

Auch in Deutschland ist der oft als „größter Schoßhund der Welt bezeichnete Vierbeiner beliebt: Die Deutsche Dogge steht laut der jährlichen Statistik des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH) seit einiger Jahren schon kontinuierlich an der neunten Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland.

Doggen schon in der Urzeit verbreitet?

Abbildungen von doggenähnlichen, sehr großen Hunden gibt es bereits auf Wand- und Höhlenmalereien von vor über 2.000 Jahren. Forscher bezweifeln jedoch einen Zusammenhang mit den jetzigen Deutschen Doggen.

Video: Alles über die Deutsche Dogge

Ursprung der Rasse

Die heutige Rasse der Deutschen Dogge ist vermutlich aus den Bullen- oder Bärenbeißern hervorgegangen, die selbst wiederum eine Mischung zwischen dem starken Mastiff englischer Prägung und einem schnellen, wendigen Windhund waren. Die doggenartigen, mächtigen Hunde waren im Mittelalter in vielen Ländern Europas zu finden und dienten ursprünglich zur Jagd auf wehrhaftes Wild.

Später wurden sie als Sauhunde zur Jagd auf Wildschweine, Bären sowie zur Büffel-Ochsen-Hatz“ (Wisente) eingesetzt. Um 1700 wurden diese Jagden oft auch als „Schaujagden“ durchgeführt, also inszenierte Veranstaltungen für adlige Gesellschaften. Wo keine Wildtiere zur Verfügung standen, wurde auf Bullen ausgewichen.

Bullenbeißer hielten zudem als Fleischerhunde Rinder auf Viehmärkten oder während der Schlachtung fest, indem sie sich in die Nase des Tieres verbissen. Man unterscheidet bei den Bullenbeißern zwei Haupttypen: Den großen Danziger und den kleinen Brabanter Bullenbeißer, wobei der Danziger als Vorfahre der Deutschen Dogge und der Brabanter Vorfahre des Boxers angesehen wird.

Die heutige Rasse der Deutschen Dogge ist vermutlich aus den Bullen- oder Bärenbeißern hervorgegangen, die selbst wiederum eine Mischung zwischen dem starken Mastiff englischer Prägung und einem schnellen, wendigen Windhund waren. (#01)

Die heutige Rasse der Deutschen Dogge ist vermutlich aus den Bullen- oder Bärenbeißern hervorgegangen, die selbst wiederum eine Mischung zwischen dem starken Mastiff englischer Prägung und einem schnellen, wendigen Windhund waren. (#01)

Entwicklung der Rasse Deutsche Dogge

Aus den groß gewachsenen Brabantern entwickelte sich nach und nach die Dogge. Sie war zunächst unter verschiedenen Namen wie Dänische Dogge, Englische Dogge, Ulmer Dogge, Hatzrüde, Saupacker und Große Dogge, je nach Farbe und Größe des Hundes, bekannt.
Äußerst beliebt waren diese Hunde an den adeligen Höfen. Sie wurden sehr gut gepflegt und ausgebildet.

Nachdem das Jagdgeschehen der höfischen Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung verlor, wurde die Dogge immer mehr von Privatleuten gehalten. 1876 wurden schließlich die verschiedenen Doggen-Rassen unter dem Namen Deutsche Dogge zusammengefasst, 1880 die ersten Standards zur Reinzucht aufgestellt. Der bis heute bestehende „Deutsche Doggen-Club“ wurde 1888 gegründet und ist nach wie vor für die Einhaltung des FCI-Standards für die Deutsche Dogge zuständig.

Edles Erscheinungsbild

Ihr großer, kräftiger und wohlgefügter Körperbau drückt Stolz, Kraft und Eleganz aus. Die Deutsche Dogge vereinigt in ihrer edlen Gesamterscheinung eine wohlproportionierte Linienführung mit einem besonders ausdrucksvollen Kopf. Wie eine edle Statue wirkt sie auf den Betrachter. Kein Wunder, dass sie oft auch als „Apoll unter den Hunderassen“ bezeichnet wird.

Größe und Gewicht: stattlich

Doggen-Rüden erlangen eine Schulterhöhe von mindestens 80 Zentimetern – im Stehen können sie deshalb durchaus mannshoch sein. Doggen-Hündinnen sind mit mindestens 72 Zentimetern etwas kleiner, aber immer noch durchaus imposant groß. Ein Gewicht von bis zu hundert Kilogramm oder manchmal sogar darüber ist nicht außergewöhnlich.

Die Riesen unter den Fellnasen sind trotz ihres mächtigen Erscheinungsbilds freundlich und liebevoll. Äußerst anhänglich gegenüber ihren Besitzern, sind sie Fremden gegenüber jedoch oft zurückhaltend. (#02)

Die Riesen unter den Fellnasen sind trotz ihres mächtigen Erscheinungsbilds freundlich und liebevoll. Äußerst anhänglich gegenüber ihren Besitzern, sind sie Fremden gegenüber jedoch oft zurückhaltend. (#02)

Sanfte Seele im riesigen Körper

Die Riesen unter den Fellnasen sind trotz ihres mächtigen Erscheinungsbilds freundlich und liebevoll. Äußerst anhänglich gegenüber ihren Besitzern, sind sie Fremden gegenüber jedoch oft zurückhaltend. Vom Charakter her sind Deutsche Doggen als ideale Begleit- und Familienhunde zu sehen: Sie sind selbstsicher, unerschrocken, leichtführig und sehr gelehrig. Zudem haben sie eine hohe Reizschwelle und zeigen keinerlei Aggressiv-Verhalten.

Trotz ihrer riesigen Körpergröße lehnen sie sich gerne an ihre Besitzer an, sind treu und ergeben und wollen witzigerweise auch gerne mal wie die Minis auf dem Schoß sitzen. Kein Wunder, dass sie den Ruf der „größten Schoßhunde der Welt“ haben.

Haarkleid und Farbe

Das Fell der Deutschen Dogge ist sehr kurz und dicht, glänzend und glatt anliegend. Bezüglich der Farbe gibt es drei verschiedene Varianten:
Gelb mit der Grundfarbe Hellgoldgelb bis zum satten Goldgelb oder Gelb-Gestromt mit der Grundfarbe Hellgoldgelb bis zum satten Goldgelb und schwarzen, möglichst klar gezeichneten und gleichmäßigen in Richtung der Rippen verlaufenden Streifen. Bei beiden ist eine schwarze Maske erwünscht, nicht jedoch kleine weiße Abzeichen an Brust und Zehen.

Schwarz-Weiß gefleckt (sogenannte Tigerdoggen): Hier ist die Grundfarbe rein weiß mit über den ganzen Körper gut verteilten, ungleichförmigen, zerrissenen, lackschwarzen Flecken, wobei graue oder bräunliche Fleckenanteile nicht erwünscht sind. Schwarz: Die

Grundfarbe ist das sogenannte „Lackschwarz“, weiße Abzeichen sind zugelassen. Auch dazugehörig sind die sogenannten „Manteltiger“, bei denen das Schwarz mantelartig den Körper bedeckt (Fang, Hals, Brust, Bauch, Läufe und Rutenspitze können weiß sein) sowie Doggen mit weißer Grundfarbe und großen schwarzen Platten („Plattenhunde“).

Blau: Die Grundfarbe dieser Deutschen Doggen ist rein stahlblau, weiße Abzeichen an Brust und Pfoten sind zugelassen.

Video: Deutsche Dogge Doku

Ein perfekter Familien- und Wachhund

Obwohl die Deutsche Dogge eine recht imposante und Respekt einflößende Erscheinung ist, wird sie als Familienhund sehr geschätzt. Seit Jahren ist sie unter den zehn beliebtesten Hunderassen Deutschlands vertreten. Neben ihrer freundlichen und ruhigen Art wird ihr auch eine schier unendliche Geduld mit Kindern nachgesagt. Viele ihrer Besitzer schätzen außerdem den Hauch von Luxus und Eleganz, der dieser Rasse anhaftet.

Und was gibt es besseres als einen Hund, der einen potenziellen Einbrecher oder Angreifer im Stehen fast überragt: Ihre unglaubliche Größe allein ist schon furchteinflößend und als Wachhund ist die Deutsche Dogge daher bestens geeignet.

Einfach nur süß: Dogge-Welpen

Wenn der tapsige Freund  in der Regel im Alter von zwölf Wochen – vom Züchter nach Hause geholt wird, überragt er andere Hundewelpen schon um ein Vielfaches. Nichtsdestotrotz sind Dogge-Welpen einfach nur niedlich in ihrer verschmusten und verspielten Art.
Doggen-Neubesitzer sollten ein paar Dinge beachten: Das neue Hunde-Zuhause sollte geräumig genug für einen Dogge-Welpen sein und natürlich später auch für eine ausgewachsene Dogge passen – der Kleine wird rasend schnell groß. Auch die Erstausstattung muss dem zunehmenden Körpermaß des Hundes regelmäßig angepasst werden.

Ebenso sollten Haus und Garten welpensicher sein – denn junge Doggen sind ungestüm und können allerhand umstoßen oder kaputt machen. Es empfiehlt sich, für die ersten beiden Wochen Urlaub zu nehmen, damit man sich ganz auf den neuen Hausbewohner einstellen kann und auch die Eingewöhnungszeit für den Hund leichter ist. Welpen wollen genau wie Babys zunächst überhaupt nicht gerne alleine sein. Zum Pflichtprogramm gehören natürlich auch mehrere Gassirunden am Tag.

Video: Deutsche Dogge litter – F – 4.6.2014 – puppies one month IV.

Wie erziehe ich eine Dogge?

Dogge-Welpen brauchen eine konsequente Erziehung. Gut ist es, wenn der Züchter hier schon in puncto Sozialisierung eine gute Vorarbeit geleistet hat. Achten Sie deshalb unbedingt auf einen vertrauenswürdigen Züchter!

Empfehlenswert ist außerdem der Besuch von Welpen-Spielstunden. Natürlich werden andere Hundehalter zunächst einmal skeptisch auf das Doggenbaby reagieren – schließlich wird es die anderen Hunde-Welpen ziemlich sicher überragen. Aber die Sozialisierung mit anderen Hunden ist enorm wichtig für das spätere Verhalten des Tieres.

Für die spätere Zeit sollten sich Herrchen und Frauchen eine gute Hundeschule suchen: Eine gut ausgebildete Dogge kennt danach ihren Platz im Rudel und bleibt trotz ihres Gewichts und ihrer riesigen Statur kontrollierbar.

Die Beschäftigung einer Dogge

Deutsche Doggen wollen auch als ausgewachsene Hunde geistig und körperlich beschäftigt werden: Neben ausgedehnten Spaziergängen, bei denen die Tiere ausgiebig schnüffeln und schnuppern können, gefallen Doggen Lauf- und Zerrspiele. Zubehör dafür sind Bälle zum Apportieren aus Naturkautschuk, große Zerrseile (mit Knoten) oder eigens für Hunde angefertigte Intelligenzspielzeuge, bei denen Leckerlies in verschiedenen Boxen versteckt werden.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: anetapics  -#01: Mikkel Bigandt -#02: Roger costa morera

Über 

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

Author: Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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