Übergewicht beim Hund: Hohes Risiko für schwere Erkrankungen

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Viele Besitzer von Hunden sind spätestens beim Tierarztbesuch geschockt: Ein Übergewicht beim Hund wurde festgestellt! Damit einher können verschiedenen Erkrankungen und Einschränkungen der Gesundheit gehen.

Übergewicht beim Hund: Zahlreiche Ursachen für ein zu hohes Gewicht

Experten gehen davon aus, dass es inzwischen ein weitverbreitetes Übergewicht bei Haustieren und vor allem bei Hunden gibt. Mittlerweile soll fast jede zweite Fellnase ein zu hohes Gewicht auf die Waage bringen!

Das belastet die Gesundheit des Tieres enorm und stellt sich als falsch verstandene Tierliebe dar. Dabei gilt der Hund spätestens dann als zu dick, wenn er mehr als zehn Prozent seines Idealgewichts auf die Waage bringt. Das macht bei einem Hund mit 20 kg Idealgewicht nur zwei Kilogramm, die er zu viel wiegt. Verschiedene Ursachen sind für das Zuviel an Gewicht verantwortlich.

 

Ursachen für das Übergewicht beim Hund

Sind die Rippen des Hundes kaum mehr spürbar oder müssen bereits unter der dicken Fettschicht (oft vergeblich) gesucht werden, ist es höchste Zeit zum Handeln, damit die Gesundheit des Tieres nicht unnötig länger belastet und Erkrankungen Vorschub geleistet wird. Zuerst jedoch muss die Ursache für das Übergewicht beim Hund gefunden werden.

Wie so häufig im Leben gilt, dass es nicht die eine Ursache gibt, sondern dass meist mehrere Faktoren zusammenspielen:

  • Rassebedingte Ursachen

    Einige Rassen explodieren förmlich, wenn sie Futter mit einem hohen Nährstoffgehalt nur sehen. Jedes Leckerli landet auf den Rippen und schon bald wird aus dem flinken Dackel ein faules Tier, das seine Tage gern als Zuglufttier neben der Tür verbringen, aber nicht mehr laufen mag.

    Zu den Rassen, die zu Übergewicht neigen, gehören der Golden Retriever ebenso wie der genannte Dackel. Auch Beagle und Cocker Spaniel sowie der beliebte Labrador neigen dazu, schnell zu dick zu werden. Viele dieser Rassen sind zudem beliebte Familienhunde und werden von den Kindern der Familie gern zusätzlich verwöhnt. Das rächt sich bitter mit Übergewicht beim Hund!

  • Altersbedingte Ursachen

    Gerade ältere Tiere werden häufig zu dick. Sie wollen sich nicht mehr so viel bewegen, der Spieltrieb der jungen Hunde ist nicht mehr vorhanden. Sind die Hunde dann noch kastriert, werden sie im Alter noch dicker. Es ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen, dass kastrierte Hunde einen deutlich stärkeren Appetit als nicht kastrierte Tiere haben. Die Folge ist ein Übergewicht beim Hund, das nicht selten im Alter zur Adipositas wird.

    Auch Hunde sollten nicht übergewichtig sein. ( Foto: Shutterstock- Yossapong tulachom )

    Auch Hunde sollten nicht übergewichtig sein. ( Foto: Shutterstock- Yossapong tulachom )

  • Krankheitsbedingte Ursachen

    Nicht nur das Alter, sondern auch verschiedene Erkrankungen lassen die Rippen des Hundes unter einer Fettschicht verschwinden. Häufig liegt eine Überfunktion der Nebenniere vor, die sich als Morbus Cushing äußert. Auch eine Unterfunktion der Schilddrüse kann dafür sorgen, dass der Hund trotz angepasster Menge des Futters zu dick wird. Wer der Meinung ist, das Tier nicht zu viel zu füttern und trotzdem erkennt, dass der Hund immer dicker wird, sollte beim Tierarzt vorstellig werden und das Problem schildern.

    Möglicherweise liegt auch eine andere Erkrankung vor, die sich zum Beispiel auf das Herz-Kreislauf-System bezieht oder sich als Entzündung der Gelenke oder der Wirbelsäule (Arthrose, Hüftgelenksdysplasie, Cauda Equina Syndrom etc.) darstellt. Der Hund kann sich dann vor Schmerzen weniger bewegen und nimmt zu.

  • Bewegungsbedingte Ursachen

    Einige Hunde brauchen rassebedingt viel Bewegung und neigen dazu, rasch zuzunehmen, wenn sie ihre durch das Futter zugeführte Energie nicht mehr loswerden können. Andere Hunde warten den ganzen Tag in der Wohnung eingesperrt darauf, dass Herrchen oder Frauchen zu einer Gassirunde von der Arbeit kommen.

    Ist es dann soweit, hat der Zweibeiner oft keine Lust mehr auf weite Strecken und beschränkt sich auf den Gang um den Block. Das Tier bekommt das normale Futter und heraus kommt nach kurzer Zeit ein dicker Hund, der inzwischen zu faul für mehr Bewegung geworden ist.

  • Verhaltensbedingte Ursachen

    Der Hund soll etwas Neues lernen und wird für jeden Erfolg mit einem Leckerchen belohnt? Dann sollte dieses auch von der Gesamtration des Tages abgezogen werden. Werden Leckerli zusätzlich gefüttert, erhöhen sie die Gesamtmenge zugeführter Energie, die der Hund nicht mehr abbauen kann. Fettleibigkeit bis hin zum Diabetes können die Folge sein.

Nicht selten ist sogar der Postbote an der Entstehung von Übergewicht beim Hund beteiligt. Er hat eine Abstellgenehmigung und möchte dafür das Grundstück betreten. Um sich nun mit dem Hund gut zu verstehen, wird dieser mit Leckerchen bestochen. Auch solche scheinbaren Kleinigkeiten summieren sich im Laufe der Zeit!

 

Folgen und Maßnahmen gegen das Übergewicht beim Hund

Das Übergewicht beim Hund hat deutlich schlimmere Folgen als nur eine gewisse Unförmigkeit und geringe Ausdauer bei Spaziergängen. Jeder Hundehalter sollte sich darüber im Klaren sein, dass eine falsche Fütterung schlimme Folgen für das Tier haben kann und dass das Übergewicht keine harmlose Erscheinung ist, die Fiffi zu Pummel werden lässt. Das Tier kann schwer erkranken!

Weitere Erkrankungen, mit denen der übergewichtige Hund zu kämpfen haben kann, betreffen die Haut und das Herz-Kreislauf-System. ( Foto: Shutterstock- Artitok

Weitere Erkrankungen, mit denen der übergewichtige Hund zu kämpfen haben kann, betreffen die Haut und das Herz-Kreislauf-System. ( Foto: Shutterstock- Artitok

Mögliche Folgen des Übergewichts beim Hund

Lagert der Körper des Hundes vermehrt Fett ein bzw. erhöht sich der Anteil des Körperfetts, kann dieses sich durch Bindegewebe und innere Organe ziehen und deren Funktion stören. Möglich ist sogar, dass bestimmte Hormone und Regulationsfaktoren freigesetzt werden, es entstehen Ungleichgewichte.

Viele Hunde stehen bereits mit zwei Beinen auf der Stufe zum Diabetes und haben eine Insulinresistenz entwickelt. Diese entspricht dem menschlichen Altersdiabetes, der Blutzucker- und der Insulinspiegel sind erhöht, das Tier spricht kaum noch auf Insulin an.

Doch nicht nur Diabetes kann für den Hund zum Problem werden. Zu viel Fett fördert überdies die Bildung entzündungsfördernder Stoffe im Körper, was eine Arthritis oder andere Entzündungen des Bewegungsapparates begünstigen kann.

Weitere Erkrankungen, mit denen der übergewichtige Hund zu kämpfen haben kann, betreffen die Haut und das Herz-Kreislauf-System. Auch die Atemwege sowie der Verdauungstrakt können von den Folgen des Übergewichts betroffen sein.

Wichtig für Hundehalter: Gerade ältere Hunde haben ein höheres Risiko, dass ein medizinischer Eingriff nötig wird. Sind sie aber zu dick, sinken die Überlebenschancen bei einer Vollnarkose, denn das Risiko für schwere Nebenwirkungen der Narkose steigt bei dicken Hunden enorm an. Es ist also auch vorbeugend im Sinne des Tieres wichtig, auf die zugeführte Nahrungsmenge sowie auf das Gewicht zu achten.

So weit darf es ein Hundebesitzer nicht kommen lassen. (Foto: Shutterstock- Monkeyoum)

So weit darf es ein Hundebesitzer nicht kommen lassen. (Foto: Shutterstock- Monkeyoum)

Maßnahmen im Kampf gegen das Übergewicht beim Hund

Die meisten Hundehalter, deren Hund zu dick ist oder war, kennen das: Es ist nicht einfach, das Gewicht wieder loszuwerden, denn der Hund ist deutlich weniger einsichtig als ein Mensch. Es hilft nichts, ihm zu erklären, dass die Maßnahmen gegen Übergewicht wichtig sind. Gleichzeitig scheinen Hunde immer eine Möglichkeit zu finden, wieder an etwas zu Fressen zu kommen.

Es gibt sogar Tiere, die sich mit Äpfeln, Birnen und allem, was sie beim Spaziergang oder im Garten finden, den Bauch vollschlagen! Ingesamt ist es also wichtig, dem Hund weniger Kalorien zuzuführen, ihn aber gleichzeitig nicht hungern zu lassen. Er muss die Möglichkeit bekommen, immer noch satt zu werden. Das gewählte Futter sollte daher auf eine geringere Nährstoffzufuhr setzen, dabei jedoch unbedingt ein Sättigungsgefühl bewirken.

Dennoch darf nicht auf „Füllmaterialien“ gesetzt werden: Nicht jeder Hund verträgt Reis und Nudeln im Übermaß. Grundsätzlich sollte vor der Diät unbedingt der Gang zum Tierarzt anstehen, um die Ursache für das Übergewicht zu finden. Danach kann die Fütterung mit den empfohlenen Futtersorten beginnen. Ein weiterer Baustein im Kampf gegen die Kilos muss Bewegung sein.

Vielleicht bietet es sich an, dass der Hund im See schwimmen kann? So kann er sich bewegen, ohne die Gelenke zu stark zu belasten. Viele kurze Spaziergänge sind einem langen Marsch vorzuziehen, denn dieser belastet das Herz-Kreislauf-System des dicken Tieres unnötig stark. Zudem müssen Leckerchen und Kauartikel unbedingt von der täglichen Ration abgezogen werden. Apropos Kauartikel: Kalorienarme Haut ist gut für die Zähne und beschäftigt den Hund meist lange.

 

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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