Immunsystem stärken beim Hund: Zahlreiche Faktoren spielen hinein

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Immunsystem stärken beim Hund? Nichts leichter als das, denn wer der Gesundheit etwas Gutes tun will, muss nur Ernährung und Bewegung des Tieres optimieren.

Immunsystem stärken: Mischung aus Bewegung und Ruhe

Der Körper des Hundes wird durch viele Faktoren belastet, die dem Besitzer des Tieres häufig nicht bewusst sind. Gerade der Schlaf ist ein wichtiger Faktor, der häufig unterschätzt wird. Ausgewachsene Tiere schlafen immer noch zwischen 16 und 18 Stunden am Tag und wollen während dieser Zeit nicht ständig gestört werden. Auf der anderen Seite braucht der Fellfreund genügend Bewegung. Wer nun für ein gesundes Hundeleben das Immunsystem stärken möchte, muss ein gutes Mittelmaß finden.

 

Immunsystem stärken über den Schlaf

Menschen geht es ähnlich: Wer nicht ausreichend schläft, wird anfälliger für Krankheiten. Das Immunsystem läuft ständig auf Hochtouren, der Körper bekommt nachts nicht genügend Zeit, um sich zu regenerieren. Das sorgt für ein Übermaß an Stresshormonen, welche wiederum den Körper schädigen. Zellen altern schneller und werden Mutmaßungen zufolge sogar anfälliger für Mutationen. Das wiederum könnte bestimmte Krebsarten begünstigen. Der Faktor Schlaf gehört damit zu den am meisten unterschätzten Faktoren im Bereich der Gesundheitsvorsorge! Das sieht bei der Fellnase nicht anders aus und auch sein Immunsystem leidet, wenn das Tier nicht genügend Ruhe bekommt.

Der Vierbeiner regeneriert und verdaut im Schlaf, außerdem verarbeitet er Erlerntes. Das heißt, er wird auch weniger lernen bzw. neue Erfahrungen schlechter ins Langzeitgedächtnis übernehmen, wenn er nicht ausreichend schlafen kann. Dabei kann der Vierbeiner unbewusst selbst dafür sorgen, dass er nicht ausreichend zum Schlafen kommt: Wenn das Tier sehr anhänglich ist und Frauchen oder Herrchen überall hin begleitet, fehlen ihm am Ende die Schlafphasen und das Immunsystem schwächelt.

Bewegungs- und Ruhezeiten stehen in einer engen Wechselbeziehung. ( Foto: Shutterstock-Monkey Business Images )

Bewegungs- und Ruhezeiten stehen in einer engen Wechselbeziehung. ( Foto: Shutterstock-Monkey Business Images )

Immunsystem stärken über Bewegung

Bewegungs- und Ruhezeiten stehen in einer engen Wechselbeziehung. Wenn sich der Hund nicht ausreichend bewegt und nicht ausgetobt ist, wird er auch nicht ruhen können. Er muss über die Bewegung Stress abbauen und gleichzeitig neue Erfahrungen sammeln. Besonders deutlich zeigt sich das bei einem Spaziergang: Wer war heute in der Nachbarschaft unterwegs? War die Katze des Nachbarn schon wieder auf dem Gehweg? Wonach riecht es derzeit im Park? Der Spaziergang ist für das Tier wie das Zeitunglesen für einen Menschen.

Er erfährt Neues, speichert das ab und regt gleichzeitig seinen Geist an. Nur ein Tier, das ausreichend körperlich und geistig gefordert ist, wird über ein gesundes Immunsystem verfügen. Sicherlich muss der Spaziergang nicht täglich anstehen, wenn das Tier ein großes Grundstück zum Toben zur Verfügung hat und im besten Fall noch einen guten Kumpel, mit dem man spielen kann. Regelmäßige (und zwischendurch gern auch längere Runden) sollten aber auf dem Plan stehen.

Tipp: Häufig ist vom sogenannten „Auslasten“ der Tiere zu lesen oder zu hören. Es kann allerdings auch einen negativen Effekt haben, die Fellnase immer bis zu seiner Belastungsgrenze zu fordern. Zum einen wird diese immer wieder nach hinten verschoben, was auch für den Besitzer anstrengend werden kann. Zum anderen erziehen sich nicht wenige Hundebesitzer quirlige Energiebündel, die nie richtig zur Ruhe finden.

 

Immunsystem stärken: Ernährung spielt maßgeblich mit hinein

Um das Immunsystem stärken zu können, sollte die Ernährung des Hundes kontrolliert werden. In den Napf gehört nur hochwertiges Futter, welches der natürlichen Ernährungsweise entspricht. Die meisten Tierärzte sind der Meinung, dass auch Essensreste durchaus vertretbar sind, die Meinungen scheiden sich aber zum Beispiel bei einer rein veganen Ernährung des Hundes.

In den Napf gehört nur hochwertiges Futter, welches der natürlichen Ernährungsweise entspricht. ( Foto: Shutterstock- New Africa )

In den Napf gehört nur hochwertiges Futter, welches der natürlichen Ernährungsweise entspricht. ( Foto: Shutterstock- New Africa )

Die gesunde Ernährung als Baustein für ein gesundes Immunsystem

Generell ist das Immunsystem auf die richtige Versorgung mit Nährstoffen angewiesen, damit das empfindliche System der körpereigenen Abwehr funktioniert. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente spielen zusammen und müssen täglich in ausreichender Menge vorhanden sein. Viele dieser nötigen Nährstoffe kann der Hund selbst nicht bilden.

Das sind zum Beispiel:

  • Vitamine A, D, E
  • Vitamine der B-Gruppe
  • Zink
  • Selen
  • Mangan

Wenn der Hund möglichst gesund älter werden soll, muss er diese Stoffe über sein Futter zugeführt bekommen. Allerdings in einem richtigen Mengenverhältnis, denn auch wenn zum Beispiel Selen essenziell ist, so kann eine zu hohe Dosierung doch toxisch wirken. Das gilt auch für Kupfer, welches wiederum in Hagebuttenschalen vorhanden ist.

Diese werden gern als Vitamin-C-Lieferant gegeben, obwohl der Hund dieses Vitamin selbst bilden kann. Eine Überdosierung von Kupfer kann jedoch dazu führen, dass Entzündungen im Körper entstehen, dass es zu Schlafstörungen und Hyperaktivität sowie zahlreichen weiteren Störungen und Erkrankungen kommen kann. Um das Immunsystem stärken zu können, sollte eine Überdosierung der Nährstoffe daher tunlichst vermieden werden. Zudem kann die zu hohe Dosierung eines Minerals die Aufnahme eines anderen behindern (z. B. bewirkt zu viel Kupfer einen Mangel an Zink).

Immunsystem stärken über den Darm

Um das Immunsystem stärken zu können, muss der Darm des Tieres intakt sein. Darm und Immunabwehr hängen eng zusammen, viele Abwehrschwächen liegen in einer gestörten Magen-Darm-Funktion begründet. Experten gehen davon aus, dass im Darm rund 90 Prozent der Antikörper gebildet werden. Außerdem werden durch den Darm und die dort agierenden Bakterien Nährstoffe, Vitamine und Fettsäuren aus der Nahrung aufgespalten und stehen erst dann dem Körper zur Verfügung.

Insofern tut der Fellnase alles gut, was mit dem Aufbau der Darmfunktion zu tun hat. Ein minderwertiges Futter kann das nicht leisten. So sollten Hundehalter die Zusammensetzung des Futters unbedingt näher unter die Lupe nehmen und die Ernährung nicht zu einem Zufallstreffer werden lassen. Gleichzeitig ist sie aber auch keine Wissenschaft. Weniger ist manchmal mehr!

 Darm und Immunabwehr hängen eng zusammen, viele Abwehrschwächen liegen in einer gestörten Magen-Darm-Funktion begründet. ( Foto: Shutterstock-stockcreations )

Darm und Immunabwehr hängen eng zusammen, viele Abwehrschwächen liegen in einer gestörten Magen-Darm-Funktion begründet. ( Foto: Shutterstock-stockcreations )

Tipps für eine gesunde Ernährung, die das Immunsystem stärken kann

Um nun der Gesundheit des Tieres etwas Gutes zu tun, gibt es verschiedene Zusätze, die dem Futter beigefügt werden können und die das Immunsystem stärken sollen.

Beispiele dafür sind:

  • Propolis für eine Anregung des Immunsystems
  • Bronchialtee, verdünnt für Hunde, die häufig unter Atemwegsinfekten leiden
  • buntes Gemüse, roh oder gekocht geben
  • Lachsöl für eine gute Versorgung mit Omega-Fettsäuren
  • Zink für die Unterstützung im Fellwechsel

Einzelne Mineralstoffe und Spurenelemente sollten jedoch nicht auf Verdacht zugefüttert werden. Besser ist es, einmal im Jahr eine Blutuntersuchung in Auftrag zu geben und nur bei einem etwaigen Mangel exakt diesen auszugleichen. Erfahrene Hundehalter jedoch sind häufig der Meinung, dass eine Zufütterung bestimmter Stoffe nur dann nötig wird, wenn das Tier schwächelt, zu Infekten neigt oder Probleme mit dem Fell (verzögerter Fellwechsel, Schuppenbildung, Juckreiz) bekommt. Dem sei allerdings hinzuzufügen, dass bei derartigen Anzeichen bereits ein gravierender Mangel besteht, zu dem es bestenfalls gar nicht erst kommen sollte.

Stress vermeiden wenn das Immunsystem gestärkt werden soll. ( Foto: Shutterstock- Piotr Wawrzyniuk)

Stress vermeiden wenn das Immunsystem gestärkt werden soll. ( Foto: Shutterstock- Piotr Wawrzyniuk)

Letzte Tipps: Stress vermeiden und so das Immunsystem stärken

Hunde setzen sich selbst unter Stress, weil sie zum Beispiel auf Haus und Grundstück aufpassen wollen, weil eine läufige Hündin in der Nachbarschaft wohnt oder weil die tägliche Trennung vom menschlichen Rudel, wenn dieses in Schule und zur Arbeit ausschwärmt, als belastend empfunden wird. Auch ein Umgebungswechsel, Kälte oder eine Umstellung des Futters kann zu Stress führen, der wiederum die Abwehrkräfte des Vierbeiners schwächt. Nicht selten erkranken die Tiere in oder direkt nach einer sehr belastenden Situation.

Vor allem das Herz-Kreislauf-System wird durch die ständige Alarmbereitschaft überanstrengt, doch auch die inneren Organe werden auf Dauer überfordert. Nach einer Stresssituation sollte daher für den Hund immer etwas Entspannendes folgen. Nach einem langen Spaziergang stehen nur noch Kuscheln und Schlafen auf dem Tagesprogramm. Außerdem sollte der Hund immer einen ruhigen Rückzugsort im Haus haben, der von allen Zweibeinern respektiert wird. So kann sich das Tier immer wieder dorthin zurückziehen, wenn es eine Auszeit für sich und seine Gesundheit braucht.

 

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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