Hundefutter als Kommunikationsmöglichkeit?

Hunde fressen für ihr Leben gern und so wird dieser Fakt in der Erziehung ausgenutzt. Oft genug erziehen zwar die Hunde ihre Herrchen und Frauchen – ohne, dass diese es merken -, häufig kann das Leckerli als Belohnung für eine gut ausgeführte Übung aber auch der Motor sein, der den Hund zu Höherem anspornt.

Herrchen und Frauchen füttern gern

Die Hundefutterindustrie hat es längst erkannt: Hundehalter füttern für ihr Leben gern. Ein Leckerchen für einen richtig ausgeführten Befehl, eines als Trost nach einem langen Tag allein. Ein Häppchen dafür, dass der Hund da ist – ohne weiteren Grund. Auch das tägliche Futter wird liebend gern gereicht und darf ruhige etwas Besonderes sein. Die Zeiten, in denen der praktische Sack mit seinen 20 kg in der Garage oder im Keller gelagert wurde, sind vorbei. Heute soll jede Mahlzeit zelebriert werden, der Hund soll sabbernd und hechelnd um Herrchen herumspringen, wenn dieses die Dose öffnet.

In selbiger muss natürlich das perfekte Futter in der idealen Zusammensetzung und mit einem angenehmen Duft vorhanden sein. Die Werbung hat dieses Bild in die Köpfe aller Hundehalter gepflanzt und nicht wenige davon sehen den Zustand, der dort beschrieben wird, als Realität und als erstrebenswert an. Aber will der Hund auch das Futter, was dort in der Dose ist? Oder würde er lieber etwas anderes haben wollen?

Hunde fressen für ihr Leben gern und so wird dieser Fakt in der Erziehung ausgenutzt. Oft genug erziehen zwar die Hunde ihre Herrchen und Frauchen – ohne, dass diese es merken -, häufig kann das Leckerli als Belohnung für eine gut ausgeführte Übung aber auch der Motor sein, der den Hund zu Höherem anspornt. (#01)

Hunde fressen für ihr Leben gern und so wird dieser Fakt in der Erziehung ausgenutzt. Oft genug erziehen zwar die Hunde ihre Herrchen und Frauchen – ohne, dass diese es merken -, häufig kann das Leckerli als Belohnung für eine gut ausgeführte Übung aber auch der Motor sein, der den Hund zu Höherem anspornt. (#01)

Kommunikation per Futter

Französische Forscher haben einen Versuch unternommen und dafür einen Test mit 29 Hunden sowie deren Haltern gemacht. Ein Leckerli für den Hund wurde auf ein Bord gelegt, wo es für das Tier unerreichbar lag. Der Halter konnte aber einfach darauf zugreifen. Binnen kürzester Zeit kommunizierten Hund und Herrchen miteinander und die Forscher fanden heraus, dass die Hunde versuchten, um das Leckerchen zu betteln. Sie setzten sich neben das Bord und schauten zwischen diesem und ihrem Herrchen hin und her. Lag dort kein Futter oder wandte Herrchen dem Tier den Rücken zu, wurde eine solche Kommunikation nicht ersichtlich. Auch dann, wenn sich dort zwar etwas zu Fressen befand, das Leckerchen aber nicht so schmackhaft war, fand die Kommunikation nicht statt.

Das Fazit der Forscher lautete: Die Hunde kommunizieren über das Futter. Dabei blieben aber zahlreiche Fragen offen: War der Blickaustausch erlernt oder ist er eine natürliche Verhaltensweise? Kann sich der Hund wirklich in den Menschen hineinversetzen und so herausfinden, worauf er reagiert? Ist der Hund in der Lage, sich ein Bild vom Menschen und seiner Psyche zu machen? Diese und viele weitere Fragen konnten bei dem Test leider nicht geklärt werden. Somit wurde zwar eine Tatsache entdeckt – nämlich, dass der Hund über das Futter kommuniziert -, aber wesentliche Erkenntnisse zum Wesen des Hundes wurden dadurch nicht gewonnen.

Sicherlich haben die Hunde nicht das erste Mal ein Leckerchen von ihrem Herrechen oder Frauchen bekommen. Das heißt, sie haben vielleicht sogar bereits gelernt, mit Betteln ihr Ziel zu erreichen. (#02)

Sicherlich haben die Hunde nicht das erste Mal ein Leckerchen von ihrem Herrechen oder Frauchen bekommen. Das heißt, sie haben vielleicht sogar bereits gelernt, mit Betteln ihr Ziel zu erreichen. (#02)

Kritik an der Studie

Sicherlich haben die Hunde nicht das erste Mal ein Leckerchen von ihrem Herrechen oder Frauchen bekommen. Das heißt, sie haben vielleicht sogar bereits gelernt, mit Betteln ihr Ziel zu erreichen. Wenn der liebe Vierbeiner mal wieder „so niedlich“ daherschaut, gab es vielleicht auch schon in früheren Situationen eine kleine Leckerei. Der Hund ist nicht dumm und verknüpft sein eigenes Verhalten blitzschnell mit der Reaktion seines Menschen. Die Folge: Er hat gelernt, wie er sich bewegen und verhalten muss, wie er schauen und den Kopf halten sollte, damit sein Vorhaben von Erfolg gekrönt ist. Dieser Aspekt wurde bei der Untersuchung völlig außen vor gelassen und so stellt sich die Frage, ob der Hund wirklich über das Futter kommuniziert oder ob er nicht einfach nur eine erlernte Verhaltensweise gezeigt hat.

Generell kommunizieren Tiere über die Körpersprache, Hunde nutzen auch ihre Stimme zum Austausch – knurren, bellen und winseln, diese Ausdrucksmöglichkeiten stehen dem Vierbeiner zur Verfügung und mit deren Hilfe kommuniziert er mit der Umwelt.
Dass der Hund nicht kommuniziert, wenn kein Leckerli auf dem Bord liegt, ist logisch. Ihn verführt nichts, kein spannender Geruch sorgt dafür, dass ihm das „Wasser im Mund zusammenläuft“. Warum sollte er sich anstrengen, um etwas zu bekommen?

Interessant ist, dass Stiftung Warentest zwar herausgefunden und bestätigt hat, dass auch die Billigfutter völlig ausreichend sind und einen Hund durchaus ausgewogen und gesund ernähren können, dass aber dieser Fakt seitens der Tierhalter völlig ausgeblendet wird. (#03)

Interessant ist, dass Stiftung Warentest zwar herausgefunden und bestätigt hat, dass auch die Billigfutter völlig ausreichend sind und einen Hund durchaus ausgewogen und gesund ernähren können, dass aber dieser Fakt seitens der Tierhalter völlig ausgeblendet wird. (#03)

Herrchen, Frauchen, Hund und das Fütterungsverhalten

Interessant ist, dass Stiftung Warentest zwar herausgefunden und bestätigt hat, dass auch die Billigfutter völlig ausreichend sind und einen Hund durchaus ausgewogen und gesund ernähren können, dass aber dieser Fakt seitens der Tierhalter völlig ausgeblendet wird. Frei nach dem Motto: Was teuer ist, muss auch gut sein“ wird zu immer wieder neuen Angeboten gegriffen, die gerade nach ihrer Einführungszeit auf dem Markt nicht gerade günstig sind. Tierfutterhersteller und Onlineshops wie Pets Premium freuen sich: Sie setzen auf Qualitätsmarken und bekannte Namen, die für eine gute Qualität und ein passendes Preis-Leistungs-Verhältnis stehen. Hier setzt der Sparsinn der Tierhalter nicht an, denn für ihren geliebten Vierbeiner würden sie das sprichwörtlich letzte Hemd verkaufen. So nimmt denn der Markt für individuelle Tiernahrung immer mehr an Bedeutung ein und wer sein Tier liebt, füttert die teuersten Marken und Zusatzmittel.

Diabetes und Übergewicht sind auch bei Hunden schon lange keine Fremdwörter mehr. Verschiedene Hersteller von Tiernahrung haben sich auf diesen Punkt konzentriert und spezielle Fütterungskonzepte herausgegeben, die die hausgemachten Probleme der Hunde beseitigen sollen. Denn leider sind sie das in den meisten Fällen: hausgemacht. Falsch verstandene Tierliebe und eine damit einhergehende falsche Fütterung führen nicht selten zu Problemen, die der Hund am Ende ausbaden muss. Tierärzte sehen dies schon länger mit Bedenken und so arbeiten viele Experten an der Entwicklung der Fütterungskonzepte mit. Am Ende profitieren gesundheitlich gesehen die Hunde, finanziell jedoch die Tierärzte und Futtermittelhersteller.

Individualität ist Trumpf

Schon lange ist klar, dass ein großer Hund, der den ganzen Tag aktiv ist, ein anderes Futter braucht als der kleine Schoßhund, der am liebsten auf dem Arm getragen wird. Doch die Futtermittelindustrie hat diesen Fakt viel zu lange ignoriert und alle Tiere mit dem gleichen Futter versorgt. Insofern sind die neuen Fütterungskonzepte durchaus sinnvoll, die individuell auf die Bedürfnisse der Tiere eingehen und bei denen je nach Rasse, Alter und Aktivität Abstufungen im Nährstoffgehalt der Futtermittel zu finden sind. So individuell, wie der Fütterungsbedarf ist, so individuell sind auch die Reaktionen der Tiere auf das Futter. Die meisten lassen sich mit einem Leckerli bestechen und lernen rasch, was sie dafür tun müssen. Insofern wird die Aussage, dass die Tiere über das Futter kommunizieren, etwas relativiert. Weitaus interessanter ist der Punkt, inwieweit der Hund sein Herrchen oder das Herrchen den Hund erzieht, wenn es um das Futter geht.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: AVAVA  _-#01: Kimrawicz   -#02: Irina Kozorog -#03: eurobanks

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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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Author: Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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