Gesunde Zähne: Beim Hund das A und O

Wie auch der Mensch leidet der Hund enorm unter Zahnerkrankungen und Zahnfleischentzündungen. Deshalb ist es sehr wichtig, die Zahngesundheit des Hundes durch Ernährung und Zahnhygiene zu unterstützen. Im Gegensatz zum Wolf der durch seine Art der Nahrungsaufnahme auch auf natürliche Weise seine Zähne reinigt müssen wir beim Hund nachhelfen. Das Gebiss des Hundes mit seinen kräftigen Eck- und scharfkantigen Backenzähnen würde in der freien Natur durch langes Nagen und Abkauen des Fleisches vom Knochen gereinigt werden. Da unsere Haus- und Hofhunde heutzutage aber nicht mehr auf Großwildjagd gehen, benötigen sie andere Möglichkeiten um die Zähne gesund zu erhalten.

Von Bianca Brendel.

Knochen und andere Kauartikel mit denen sie eine Zeitlang beschäftigt sind, sind eine gute Alternative. Zusätzlich gibt es diverse Produkte der Zahnpflege und Zahnhygiene. Beispielsweise kann man dem Hund die Zähne putzen mit speziellen Zahnbürsten und Zahncremes für Hunde. Ergänzungsmittel die dem Futter beigemischt werden, helfen gegen Mundgeruch und Zahnablagerungen. Auch Gele und Sprays zum Auftragen und Einmassieren auf Zähne und Zahnfleisch bieten eine Möglichkeit dem Hund die notwendige Maulhygiene zu gewähren. Hat der Hund bereits schlechte Zähne, sollte dringend ein Tierarzt aufgesucht werden. Hunde die unter Parodontitis und Zahnstein leiden haben meist Mundgeruch, gerötetes und/oder geschwollenes Zahnfleisch und verfärbte Ablagerungen auf den Zähnen. Meist können diese Hunde dann nicht mehr richtig fressen und Folgeerkrankungen können durch die Schwächung des Immunsystems ebenfalls auftreten. Regelmäßige eigene Kontrollen des Maules sorgen dafür, frühzeitig Veränderungen zu erkennen. Auch sollte der Hund je nach Größe und Alter 1-2x pro Jahr beim Tierarzt vorgestellt werden um abzuklären ob die Zähne noch in Ordnung sind.

Zahnpflegeprodukte im Praxis- Test

Bild A: Hier sind die Produkte zu sehen, die beim Praxis-Test über einen Zeitraum von einem viertel Jahr verwendet wurden.

Bild A: Hier sind die Produkte zu sehen, die beim Praxis-Test über einen Zeitraum von einem viertel Jahr verwendet wurden.

Es gibt zahlreiche Zahnpflegeprodukte die sehr unterschiedlich in ihrer Anwendungsform sind. Die Entscheidung für ein bestimmtes Produkt fällt schwer. Produktbewertungen und Empfehlungen von Bekannten und Freunden helfen bei der Vorab-Auswahl. Dennoch liegt es immer auch am jeweiligen Hund ob ein Produkt das gewünschte Ergebnis erzielt. Da ich unterschiedliche Hunde habe, mit verschiedenem Charakter, Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand habe ich mich entschieden, mehrere Produkte zu testen. Dabei habe ich jeweils ein Produkt einer bestimmten Anwendungsart ausgewählt, um zu sehen, was für den jeweiligen Hund die bessere Alternative ist. Bei den Anwendungsarten habe ich Zähne putzen mit einer Zahnbürste, Zuführung mit dem Futter und Auftragen auf die äußeren Zähne ausgewählt.

ProDen PlaqueOff Animal Granulat – Zuführung über die Nahrung

Dieses Granulat kann man bei jedem Hund anwenden, da es den Hund nicht störend beeinflusst. Man muss den Hund dazu nicht anfassen, da man das ProDen PlaqueOff Animal Granulat über das Futter streut. Besonders für Angsthunde oder Hunde die aggressiv reagieren, wenn man ihnen ins Maul fassen möchte ist dieses Granulat eine sehr gute Alternative. Mengenmäßig benötige ich pro Hund 1-2 Löffelchen pro Tag bei 10-20 Kilogramm Körpergewicht. Nach 7 Wochen konnte ich bei zwei Hunden bereits erste Erfolge feststellen.

Bild B: Die ProDen PlaqueOff Animal 420 g Dose wurde bereits 4 Monate für mehrere große Hunde verwendet und ist immer noch zu einem Viertel gefüllt.

Elektrische Doppelkopf-Bürste von Petosan mit Enzymatischer Zahnpasta von Virbac Animal Health – Hundezähne perfekt geputzt

Zahnbürsten wirken auf die meisten Hunde bedrohlich. Wenn man seinem Hund das Zähne putzen beibringen möchte, sollte man sehr vorsichtig vorgehen. Zeit lassen ist hierbei das Stichwort. Je häufiger man das Zähneputzen übt, anfangs nur in ganz kurzen Intervallen, desto besser gewöhnt sich der Hund an das Prozedere. Irgendwann wird es dann zur Normalität wie essen und trinken. Man sollte nicht verzweifeln, wenn man den Hund nicht dazu bekommt, dass man die Zähne putzen kann. Nicht jeder Hund gewöhnt sich an die Zahnbürste und gerade ein panischer oder ängstlicher Hund kann dadurch noch panischer werden. Es gibt genügend Alternativen um sich individuell auf seinen Hund einstellen zu können. Auch bei den Hundezahnbürsten gibt es die elektrische Variante.

Ähnlich wie bei unseren Zahnbürsten reinigt sie schneller durch den sich bewegenden Bürstenkopf. Für den Hund ist es ebenfalls angenehmer, wenn das Zähne putzen nicht so lange dauert. Deshalb ist die elektrische Zahnbürste in jedem Fall der Handzahnbürste vorzuziehen. Wir haben uns für die Elektrische Doppelkopf-Bürste von Petosan entschieden und dazu Enzymatische Zahnpasta von Virbac Animal Health mit Hähnchengeschmack. Der Geschmack ist ein großer Vorteil, da es den Hunden schmeckt und die Bereitschaft dadurch größer ist, Zähne putzen zuzulassen.

Bild C: Diese Menge an Zahnpasta von DENTICUR ist für eine Gebissseite ausreichend.

Bild C: Diese Menge an Zahnpasta von DENTICUR ist für eine Gebissseite ausreichend.

Da besonders kleine Hunde Probleme mit der Zahngesundheit haben, haben wir uns vorbeugend eingedeckt, als unser erstes Italienisches Windspiel bei uns einzog. Im Welpenalter muss man normalerweise noch keine Zähne putzen. Mittlerweile ist Yakari 2,5 Jahre alt und wir putzen 1-2x pro Woche die Zähne. Dadurch, dass wir von Anfang an auf eine gesunde Ernährung Wert gelegt haben, hat er auch sehr gesunde Zähne. Als er noch jünger war, haben wir angefangen mit dem Zähne putzen. Er mag das bis heute nicht wirklich, aber akzeptiert die Prozedur. Zum Glück ist es ja schnell vorbei. Alle zwei Wochen benutzen wir noch zusätzlich die Hexarine Spüllösung von Virbac Animal Health mit antibakterieller Wirkung.

Bild D: OralClean+Care 3-in-1 Gel von PLATINUM

Bild D: OralClean+Care 3-in-1 Gel von PLATINUM

OralClean+Care 3-in-1 Gel von PLATINUM Natural Pet Food & Care – zum Auftragen auf die Zähne

Bei den Hunden, die sich vehement gegen das Zähneputzen sträuben, benutze ich das OralClean+Care 3-in-1 Gel von PLATINUM Natural Pet Food & Care. Es ist schnell mit dem Finger aufgetragen und wirkt sehr effizient. Auf der Verpackung steht genau beschrieben, welche Menge man von dem Zahnpflege-Gel benötigt. Damit das Gel richtig wirken kann wird es auf die oberen Außenzähne aufgetragen, Essen und Trinken sollte innerhalb einer halben Stunde nicht zugeführt werden.

Je nach Hund war das Ergebnis unterschiedlich und auch vom Zeitrahmen her verschieden. Während Yakari bereits nach 3 Wochen keinen Mundgeruch mehr hatte, hat es bei unserem großen Rüden 8 Wochen gedauert, bis eine Veränderung da war und das Zahnfleisch wieder rosa aussah.

Alle Produkte des Praxistests kann ich empfehlen. Je nachdem mit welchem Produkt man selbst besser zurechtkommt und welche Anwendungsart besser zum Hund passt hat man genügend Auswahl. Hat der Hund bereits schlechte Zähne sollte natürlich immer ein Tierarzt aufgesucht werden. Denn bei starkem Parodontitis- oder Zahnsteinbefall können diese Produkte auch keine vollständige Heilung erzielen. Hundebesitzer sollten immer versuchen die Zähne ihrer Hunde zu erhalten.

Wenn nur noch der Tierarzt helfen kann

Bei fortgeschrittenem Krankheitsbild wird eine Zahnbehandlung unter Vollnarkose unumgänglich. Narkosen sind für die Tiere immer gefährlich und sollten, wenn möglich vermieden werden. Führt kein Weg daran vorbei, vergewissert man sich am Besten welche Narkoseform der Tierarzt anwendet und wie die Narkose überwacht wird. Frühzeitig präventiv zu handeln, ist für den Hund das Beste.

Bild E: Ob Gel oder Zahnpasta – Orson liebt alles was nach Fisch oder Hähnchen schmeckt.

Bildnachweis: © alle schwarzer.de Titelbild-Shutterstock: Megan Betteridge

Über Bianca Brendel

Bianca Brendel

Ich bin seit 30 Jahren Hundebesitzerin und habe in den ganzen Jahren sehr viel über Hunde, deren Ernährung, Erziehung und Pflege gelernt. Jetzt bin ich in der Redaktion von hundebibel.de als Fachauthorin tätig und versuche, allen Hundebesitzern und Besuchern von hundebibel.de die oben genannten Themen ans Herz zu legen.

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