Ein Bellen sagt mehr als tausend Worte: Wie Hunde sich mitteilen

Die Beziehung zwischen einem Hund und seinem Herrchen oder Frauchen kann schon etwas ganz Besonderes sein. Wenn es zwischen ihnen so richtig gefunkt hat, sind sie ein Herz und eine Seele und verstehen sich blind. Wer seinen Vierbeiner liebt, kann oft schon an einem Blick erkennen, wie es um das Wohlbefinden dieses ganz besonderen Familienmitgliedes bestellt ist. Wenn ein Bellen mehr sagt als tausend Worte, dann ist die Beziehung zwischen Mensch und Hund genauso, wie sie sein sollte.

Mein Hund, das Kommunikationstalent

Hunde sind seit jeher treue Begleiter des Menschen. Hunde sind in der Lage, eine sehr starke emotionale Bindung zu ihren engsten Bezugspersonen aufzubauen. Dabei empfinden sie zwar keine so komplexen Emotionen wie Scham oder Verachtung, aber sie sind dennoch zu einer großen Bandbreite an Gefühlen und Stimmungen fähig. Vor allem in so grundlegenden Emotionen wie etwa Angst, Freude, Erleichterung oder Trauer sind Hunde uns Menschen auf faszinierende Weise ähnlich. Diese Seelenverwandtschaft bildet die Grundlage für eine ganz besondere Freundschaft, die ein Leben lang halten kann.

Die Verhaltensbiologin Iris Schöberl vom Department für Verhaltensbiologie an der Universität Wien hat in ihrer Forschungsarbeit „Wer bindet sich an wen? Mensch – Hund und Hund ‐ Mensch Bindung“ herausgefunden, dass die Bindung zwischen Mensch und Hund ebenso echt sein kann wie die Bindung zwischen Säugetieren einer Art. Dabei bilden Emotionen und Grundbedürfnisse die Brücke zwischen unterschiedlichen Säugetierarten.

Wer so viele Emotionen in sich trägt, möchte sie natürlich auch zum Ausdruck bringen. Hunde zeigen gerne und ganz instinktiv, wie es ihnen gerade geht und was sie in einer bestimmten Situation empfinden. Zum Glück sind Hunde echte Kommunikationstalente, denn so sind sie in der Lage, Freud und Leid zu teilen.

Besonders einfach geht das über akustische Signale. Hunde bellen, knurren, winseln oder hecheln und teilen uns damit ganz genau mit, was sie gerade von uns erwarten oder wie sie unser Verhalten einschätzen. Aber auch ohne Geräusche können Hunde dem Menschen mitteilen, was in ihnen vorgeht. Sie sind nämlich echte Meister der Körpersprache. Wer sich mit Herz und Seele auf seinen geliebten Vierbeiner einlässt, bekommt faszinierende Einblicke in die emotionale Welt dieser Kommunikationstalente. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen und hinzuhören, denn je besser sich Hund und Mensch verstehen, desto tiefer kann die Bindung werden, die die beiden zueinander empfinden.

 

Die Beziehung zwischen einem Hund und seinem Herrchen oder Frauchen kann schon etwas ganz Besonderes sein. Wenn es zwischen ihnen so richtig gefunkt hat, sind sie ein Herz und eine Seele und verstehen sich blind. (#01)

Die Beziehung zwischen einem Hund und seinem Herrchen oder Frauchen kann schon etwas ganz Besonderes sein. Wenn es zwischen ihnen so richtig gefunkt hat, sind sie ein Herz und eine Seele und verstehen sich blind. (#01)

Wenn Hunde mit uns sprechen

Natürlich können Hunde nicht wirklich mit uns sprechen, aber sie haben doch ihre ganz eigene Sprache, mit der sie sich uns mitteilen können. Sie bellen, sie knurren und sie winseln und es liegt an uns, diese Lautäußerungen richtig zu interpretieren.

Dabei kommt es vor allem auf die Tonhöhe, die Dauer der Lautäußerung und den Rhythmus oder die Anzahl der Wiederholungen an. Hohe Töne oder sogar Winseln deuten auf eine verunsicherte Haltung hin, eine Drohung drückt der Hund durch tiefe Töne bis hin zum tiefen Knurren aus. Dabei setzen Hunde die Tonhöhe ganz bewusst ein, um ihrem Gegenüber ihre Gemütslage und ihr Anliegen zu verdeutlichen.

Die Länge der Tonsignale lässt erahnen, wie sicher sich ein Hund seiner Situation ist. Länger anhaltende Signale sprechen für Sicherheit und ein starkes Selbstbewusstsein in einer bestimmten Situation. Kurze aufeinanderfolgende Laute dagegen drücken eher Unsicherheit aus. Gleiches gilt auch für die Wiederholungen einer Lautäußerung. Je häufiger ein Hund ein Signal abgibt, desto dringender ist ihm sein Bedürfnis. Anhaltendes Bellen sollte deshalb nicht ignoriert sondern der Grund dafür ermittelt werden. Bellt ein Hund laut und immer wieder ohne größere Pausen, sollte dies für Herrchen oder Frauchen immer ein Alarmsignal sein, dem dringend nachzuspüren ist.

 

Hunde sind seit jeher treue Begleiter des Menschen. Hunde sind in der Lage, eine sehr starke emotionale Bindung zu ihren engsten Bezugspersonen aufzubauen. (#02)

Hunde sind seit jeher treue Begleiter des Menschen. Hunde sind in der Lage, eine sehr starke emotionale Bindung zu ihren engsten Bezugspersonen aufzubauen. (#02)

Es geht auch ganz leise: Kommunikation durch Körpersprache

Die Körpersprache ist nicht nur beim Menschen ein untrügliches Zeichen für echte Emotionen. Auch Hunde zeigen ganz instinktiv und ohne jedes Geräusch, was gerade in ihnen vorgeht. Die Körpersprache ist die verlässlichste und ehrlichste Form der Kommunikation, denn sie wird nur vom Gefühl gesteuert. Wer sich ein wenig auf die Signale der Körpersprache versteht, der stellt schnell fest, dass sowohl Mensch als auch Hund kaum in der Lage sind, nicht zu kommunizieren. Auch ganz ohne akustische Signale Ausdrücke sendet der Körper unwillkürlich ständig Signale, von denen sich der emotionale Zustand ablesen lässt.

Hier sind die wichtigsten Grundlagen zum Thema Körpersprache Hund:

So zeigt ein Hund seine Freude

Wenn ein Hund Freude spürt, zeigt er das besonders deutlich. Die besten Signale sendet der Schwanz eines Hundes. Ein fröhlicher Hund trägt den Schwanz locker in mittlerer Höhe. Ist die Freude besonders groß, wedelt der Schwanz in dieser Position sogar munter hin und her.

Entspannung ist ebenfalls ein deutliches Anzeichen für Freude. Sowohl die Stirn als auch Maul und Augen eines fröhlichen Hundes sind entspannt und zeigen damit, dass es ihm gut geht. Die Ohren hängen locker herunter oder bewegen sich entspannt vor und zurück. Auch die Bewegungen des Vierbeiners drücken in dieser Gemütslage Entspannung aus. Die Muskeln spielen locker und der Hund geht gerne in eine spielerische Interaktion mit seinem Gegenüber.

 

Die Körpersprache ist nicht nur beim Menschen ein untrügliches Zeichen für echte Emotionen. Auch Hunde zeigen ganz instinktiv und ohne jedes Geräusch, was gerade in ihnen vorgeht. Die Körpersprache ist die verlässlichste und ehrlichste Form der Kommunikation, denn sie wird nur vom Gefühl gesteuert. (#03)

Die Körpersprache ist nicht nur beim Menschen ein untrügliches Zeichen für echte Emotionen. Auch Hunde zeigen ganz instinktiv und ohne jedes Geräusch, was gerade in ihnen vorgeht. Die Körpersprache ist die verlässlichste und ehrlichste Form der Kommunikation, denn sie wird nur vom Gefühl gesteuert. (#03)

Wenn Hunde Angst empfinden

Auch ängstliche Hunde zeigen ganz deutlich, wie es ihnen gerade geht. Wenn ein Hund Angst empfindet, hängt es sehr von seinem Naturell ab, wie er dies zum Ausdruck bringt. Ein typisches Signal ist es, wenn Hunde sich ganz klein machen oder sogar auf den Rücken legen. So wollen sie vor ihrem potentiellen Gegner möglichst unauffällig erscheinen oder ihm sogar ihre Unterwerfung signalisieren, um einem Kampf aus dem Weg zu gehen. Ein weiteres Zeichen für Unterwerfung ist ein starr nach unten gerichteter oder eingeklemmter Schwanz.

Der Kopf eines ängstlichen Hundes ist zur Seite gedreht, die Ohren sind angelegt, die Augen starr auf den potentiellen Feind gerichtet oder sogar angstgeweitet. Manche Hunde, die Angst empfinden, lecken sich auch über die Lippen oder gähnen ausdrucksstark. Angst zählt bei Hunden zu den überwältigendsten Emotionen. Erst wenn der Hund sich wieder vollkommen sicher fühlt, entspannt sich auch seine Körperhaltung wieder.

Vorsicht bei wütenden Hunden

Ist ein Hund wütend, ist seine Körpersprache oft das genaue Gegenteil von der eines ängstlichen Hundes. Ein wütender Hund plustert sich auf und macht sich so groß wie möglich, um seinem Gegenüber zu imponieren. Die Körperhaltung ist aufrecht und steif und nicht selten stellt sich auch das Fell des Hundes auf, um die Erscheinung noch größer wirken zu lassen.

Bei einem wütenden Hund stehen alle Zeichen auf Angriff. Sein Blick ist starr und fokussiert, seine Zähne gebleckt, die Stirn, die Nase und die Schnauze liegen in Falten und das Körpergewicht ist auf die Vorderbeine verlagert. So macht sich der Hund bereit zum Sprung. Häufig wird diese Körperhaltung von einem bedrohlich wirkenden Knurren begleitet, das allerdings eher leise ist. Ist ein Hund wirklich wütend, sollte er seinen Freiraum bekommen, bis er sich wieder beruhigt hat. Bedrängnis oder hastige Bewegungen wirken auf ihn eher bedrohlich und können seine Wut steigern.

Auch Hunde können frustriert sein

Hunde können, ebenso wie Menschen, Frustration spüren und sie zum Ausdruck bringen. Anspannung ist das untrüglichste Anzeichen für Frustration. Der Hund versteift seine Beine, seine Augen sind weit geöffnet und blinzeln nicht. Ein frustrierter Hund fokussiert sich häufig auf eine ganz bestimmte Sache oder Situation und reagiert dann häufig nicht einmal mehr auf die Kontaktversuche seiner engsten Bezugspersonen.

Ist ein Hund frustriert, kann es sein, dass er laut bellt, um seinen Unmut zum Ausdruck zu bringen. Aber auch angespannte Stille mit fest geschlossenem Maul und nach vorne ausgerichteten Mundwinkeln kann Frustration ausdrücken.

Es ist wichtig, den Grund für die Frustration zu erkennen und sich dem Hund entsprechend aufmerksam zu widmen. Nur so kann er sich tatsächlich wieder entspannen und verfällt nicht nach einiger Zeit in einen Zustand der Resignation, der in ihm lange nachwirken kann.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

1 Kommentar

  1. Finde euren Beitrag wirklich toll!
    Viele finden es einfach nervig, wenn ein Hund bellt. Aber die wenigsten fragen sich wirklich warum er bellt.
    Es gibt so viele unterschiedliche Ursachen. Da kann man nicht einfach sagen, dass ein Hund ruhig zu sein hat, wann man es will.
    Wir Menschen möchten uns auch gerne mitteilen und da passt es uns nicht, wenn uns jemand den Mund verbieten will.
    Da können einige noch etwas bei lernen.

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