Dirofilariose bei Hunden

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Mangels tierärztlicher Versorgung sind viele Straßenhunde mit Herzwürmern infiziert.

  • Herzwurmerkrankungen tauchen immer öfter auch in Deutschland auf
  • Vorsicht bei Hunden aus dem Ausland
  • Schutz vor Stechmücken ist wichtig
  • Entwurmung nach dem Urlaub in einem Risikogebiet
  • häufigstes Symptom: Husten

Woher kommen Herzwürmer (Dirofilaria immitis)?

Deutsche Tierärzte sind immer häufiger mit an Herzwürmern (Dirofilaria immitis) erkrankten Hunden konfrontiert. Die Mitnahme des vierbeinigen Partners in den Auslandsurlaub trägt ebenso zur Verbreitung bei wie die Einfuhr ausländischer Tiere. Übertragen wird die Erkrankung durch Stechmücken. Menschen unterliegen zwar auch einem Infektionsrisiko, jedoch stellen sie für den Herzwurm einen Fehlwirt dar. D.h., die Larven können sich im menschlichen Körper zu ausgewachsenen Würmern entwickeln, aber nicht geschlechtsreif werden. Somit ist die Produktion von übertragbaren Mikrofilarien ausgeschlossen.

Risikoländer

Insbesondere in den USA sowie Mittelmeerländern wie beispielsweise Spanien, Italien und Südfrankreich kommen Herzwürmer beim Hund häufig vor. Darüber hinaus steigt die Zahl der Krankheitsfälle in Griechenland sowie den osteuropäischen Ländern, darunter Bulgarien, Rumänien, Serbien, Slovakei sowie Ungarn, stetig an. In einigen rumänischen Regionen gibt es ein extrem hohes Vorkommen: Eine Prävalenz von bis zu 60 Prozent wurde verzeichnet. Das bedeutet, dort können von zehn Hunden sechs mit Herzwürmern befallen sein. Wer ein Tier aus Rumänien adoptiert, sollte es daher in jedem Fall sofort in Deutschland auf Dirofilaria immitis testen lassen. Bei einem negativen Ergebnis steht eine erneute Untersuchung nach einem halben Jahr auf dem Programm.

Zahlreiche herrenlose Hunde in unzähligen Ländern benötigen unsere Hilfe. (Foto: shutterstock - Ilona Sosnina)

Zahlreiche herrenlose Hunde in unzähligen Ländern benötigen unsere Hilfe. (Foto: shutterstock – Ilona Sosnina)

Dirofilariose liegt in der Verantwortung eines jeden Hundehalters

In Deutschland sind Herzwürmer noch nicht endemisch, jedoch befürchten Experten, dass sich dies in der nächsten Zeit ändern kann. Als negatives Beispiel für das Einschleppen einer exotischen Krankheit nennen sie die Babesiose, auch als Hundemalaria bekannt. Auslöser ist ein kleiner intrazellulärer Parasit, der zu Blutarmut und akuten lebensbedrohlichen Zuständen führen kann. Er wird durch Zeckenbisse übertragen. Lange Zeit galt die Hundebabesiose ausschließlich als „Reisekrankheit“, seit dem Jahr 2018 ist sie auch bei uns endemisch.

Jeder einzelne, der einen Hund aus einem Risikogebiet nach Deutschland bringt, trägt eine große Verantwortung. Um die Ausbreitung der Herzwurmerkrankung bei uns zu verhindern, sind Tests dringend erforderlich. Stellt der Tierarzt Dirofilariose fest, muss diese unbedingt behandelt werden. Grund dafür ist zum einen, dem eigenen Hund einen langen Leidensweg zu ersparen, der häufig mit dem Tod endet. Zum anderen lässt sich nur so die Verbreitung und die damit im Raum stehende Endemie innerhalb unseres Landes verhindern.

Prophylaxe gegen Herzwurmerkrankung

Mittlerweile sind über 70 Stechmückenarten bekannt, die Herzwürmer übertragen können. Einige davon wurden mittlerweile auch in Deutschland nachgewiesen. Am meisten betroffen sind Hunde, jedoch können sich auch Katzen, Frettchen, Füchse und andere Tiere infizieren. Gleiches gilt für den Mensch. Die Übertragung findet wie folgt statt:

  • eine Stechmücke sticht ein infiziertes Tier und nimmt dabei junge Herzwürmer, sogenannte Mikrofilarien, auf
  • sie wandern in die Eingeweide der Mücke und entwickeln sich zur infektiösen Larve
  • bei der nächsten Blutmahlzeit überträgt die Stechmücke diese auf ein weiteres Tier

Der beste Schutz gegen eine Ansteckung mit Herzwürmern ist die Vermeidung von Mückenstichen. Sowohl für Menschen als auch Hunde gibt es eine Vielzahl an erstklassigen Produkten auf dem Markt, die sich bestens bewährt hat. Für unsere treuen vierbeinigen Partner empfehlen sich Insektenspray und Anti-Parasiten-Halsbänder. Bestenfalls reist man mit seinem Hund nicht in Risikogebiete. Dies gilt vor allem für die Monate von April bis Oktober, wenn die Stechmücken am aktivsten sind.

Höchstmögliche Sicherheit bieten zudem Entwurmungsmittel, genauer gesagt makrozyklische Laktone. Zugelassen für die Prophylaxe in Deutschland sind die Wirkstoffe Milbemycin, Moxidectin sowie Selamectin. Der Begriff „Phrophylaxe“ ist hierbei nicht ganz zutreffend, denn die Herzwurm-Ansteckung lässt sich mit den vorgenannten Produkten nicht verhindern. Allerdings werden die infektiösen Larvenstadien durch makrozyklische Laktone abgetötet.

Weiterhin kann man seinen Hund gegen die Herzwurmerkrankung impfen lassen. Wichtig ist, dass der Tierarzt zuvor eine Blutuntersuchung vornimmt, da die Impfung nur möglich ist, wenn der Vierbeiner noch nicht infiziert ist. In Deutschland benötigen unsere Tiere diese Immunisierung nicht. Wer jedoch häufig in ein epidemisches Gebiet reist oder dort lebt, sollte darüber nachdenken.

Prophylaxe gegen Herzwurmerkrankung ist wichtig. Bestenfalls lässt man sich von seinem Tierarzt individuell beraten. (Foto: shutterstock - New Africa)

Prophylaxe gegen Herzwurmerkrankung ist wichtig. Bestenfalls lässt man sich von seinem Tierarzt individuell beraten. (Foto: shutterstock – New Africa)

Einsatz von makrozyklischen Laktonen

Wer mit seinem Hund in eine endemische Region reist und sich dort bis zu einem Monat aufhält, sollte seinem Tier unmittelbar nach Rückkehr ein entsprechendes Wurmmittel verabreichen. Handelt es sich um einen längeren Urlaub, beginnt man nach Ablauf von 30 Tagen bereits am Reiseziel mit der Therapie. Grundsätzlich sollte nach Ablauf eines weiteren Monats wiederum ein makrozyklisches Lakton zum Einsatz kommen, um möglicherweise noch nicht beseitigte Larven abzutöten.

Woran ist ein Herzwurmbefall erkennbar?

Nicht alle Hunde weisen eindeutige Symptome bei der Infektion mit Dirofilariose auf. In der Regel entwickeln sich chronische Veränderungen kontinuierlich nach und nach. Aus diesem Grund wird die Erkrankung oftmals erst spät entdeckt. Dies führt nicht selten zum Tod eines Tieres, da die Chance auf Heilung am höchsten ist, wenn der Herzwurmbefall frühzeitig erkannt wird. Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • chronischer Husten
  • Kurzatmigkeit
  • Atemnot
  • Leistungsabfall
  • Gewichtsabnahme
  • Lungen- oder Herzgeräusche
  • Kreislaufkollaps

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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