Eine aktuelle Tollwutansteckung in einer deutschen Auffangstation zeigt deutlich die Gefahren illegaler Tiertransporte auf. Der Deutsche Tierschutzbund richtet sich in einem Schreiben an Bundesminister Alois Rainer und verlangt strengere Vorgaben für den Onlinehandel, die Einführung verpflichtender Fachkundetests für alle Tierinteressierten sowie erhöhte staatliche Finanzmittel zur Förderung und Unterstützung überlasteter Tierheime. Zur ergänzenden Beratung wurde das Handbuch „Straßentieren im Ausland effektiv helfen“ veröffentlicht, das umfassende Handlungsempfehlungen für den Auslandstierschutz bietet und dokumentiert.
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Tollwütiger Hund in Tierheim durch ungeimpfte illegal eingeführte Welpen
Durch illegale Tierimporte gelangte kürzlich ein ungeimpfter Hund in ein deutsches Tierheim und stellte sich als Tollwutfall heraus. Die skrupellosen Vermittler hatten junge Welpen ohne Impfung und gültige Papiere eingeführt, was zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führte. Nach der Beschlagnahme benötigen betroffene Tiere intensiven tiermedizinischen Beistand und strikte Quarantäne, wodurch die ohnehin eng getakteten Ressourcen der Tierheime stark strapaziert werden und tierärztliche Kapazitäten an ihre Grenzen stoßen. Infektionsschutz sowie Betreuungskapazitäten sind beeinträchtigt.
Präsident Schröder warnt vor akuter Tollwutgefahr durch illegale Tierimporte
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, warnt eindringlich vor der realen Gefahr, die von einem kürzlich registrierten Tollwutfall ausgeht. Anders als eine theoretische Möglichkeit ist die Situation akut und erfordert sofortiges Handeln. Fehlende oder unzureichende Grenzkontrollen erlauben den ungehinderten Import zoonotischer Erkrankungen wie Rabies. Das betrifft nicht nur Menschen, sondern setzt insbesondere anfällige Haustiere erheblichen gesundheitlichen Risiken aus und bindet wertvolle Ressourcen in Quarantänemaßnahmen.
Tierschutzbund beklagt Überforderung von 550 Tierheimen durch beschlagnahmte Welpen
Mitgliederzahl 750 Tierschutzvereine und 550 Tierheime verzeichnen eine wachsende Überlastung durch beschlagnahmte Fälle. Oft stammen diese Tiere aus undurchsichtigen Auslandstierschutzvermittlungen, die keine Quarantänevorschriften einhalten. Krankheiten und Verhaltensauffälligkeiten bleiben unbehandelt, bis sie in den Einrichtungen als sogenannte Altbestände verbleiben. Da die Kapazitäten und das Fachpersonal begrenzt sind, steigen Zeit- und Kostenaufwand kontinuierlich. Dringend sind klare Regelungen für Tierimporte sowie ausreichende finanzielle Förderungen erforderlich. Weiterhin werden gezielte Schulungsangebote und verbesserte Kontrollen konsequent gefordert.
Deutscher Tierschutzbund fordert verpflichtende Sachkundeprüfung für alle privaten Tierhalter
Der Verband fordert verbindliche Regeln für den Verkauf von Haustieren über Onlineplattformen, um unseriöse Anbieter und Tierquälerei zu verhindern. Zudem soll für alle privaten Tierhalter eine verpflichtende Prüfung über Sachkunde und Verantwortungsbewusstsein eingeführt werden, um Kenntnisse über artgerechte Haltung sicherzustellen. In diesem Zusammenhang verlangt der Tierschutzbund verschärfte Einfuhrbestimmungen für importierte Tiere, verstärkte Kontrollen an Grenzen sowie eine Aufstockung öffentlicher Finanzmittel, um bestehende Vorschriften umfassend, nachhaltig, konsequent, dauerhaft und strikt umzusetzen.
Verband fordert Runden Tisch erneut zum Schutz der Tierheime
Das praxisorientierte Handbuch „Straßentieren im Ausland effektiv helfen“ liefert ausführliche Leitfäden für stationäre und mobile Hilfsprojekte im Ausland. Es enthält praxisnahe Beispiele von erfolgreichen Projekten, informiert über rechtliche Voraussetzungen, Zollformalitäten und Meldepflichten sowie über handfeste Tipps zu medizinischer Erstversorgung, Impfstrategien, Parasitenbekämpfung und artgerechtem Verhaltenstraining. Darüber hinaus betont der Verband die Notwendigkeit, den Runden Tisch zur Situation der Tierheime wieder einzusetzen, um institutionelle Zusammenarbeit zu stärken und nachhaltige Hilfsstrukturen zu verankern.
Handbuch unterstützt Tierheime und schützt Haustiere vor illegalem Welpenhandel
Mit den empfohlenen Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes werden Kontrollverfahren im Onlinehandel verschärft, verbindliche Qualifikationsnachweise eingeführt und staatliche Mittel gezielt erhöht, um überlastete Tierheime besser auszustatten und zoonotische Risiken einzudämmen. Das ergänzende Handbuch „Straßentieren im Ausland effektiv helfen“ bietet praxisnahe Empfehlungen für rechtliche und gesundheitliche Maßnahmen vor Ort. Eine konsequente Anwendung dieser Instrumente kann den illegalen Welpenimport nachhaltig reduzieren und den Schutz von Tier und Mensch systematisch stärken, sicherstellen und präventiv.

