Real Nature Wilderness Rind Pur im Test

Real Nature Wilderness Rind Pur,  die Fressnapf Eigenmarke, kommt heute  in unseren Nassfuttertest. Fressnapf ist – glaube ich – der Marktführer mit Filialen für Tierfutter und Tierbedarf in Deutschland. Da die Filialdichte so gut ist, kann so ziemlich jeder auf einen Fressnapf in fahrbarer Umgebung zurückgreifen. Deshalb haben wir in unserem großen Nassfuttertest auch eine Eigenmarke von Fressnapf dabei.

Real Nature Wilderness Rind Pur bei uns im Test

Gut getestet:
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In weiteren Tests:

  • RINTI Kennerfleisch mit Kalb
  • Real Nature Wilderness Rind Pur

Real Nature Wilderness Rind Pur möchten wir euch in unserem heutigen Test vorstellen. Online ist Fressnapf kein Marktführer mehr, denn dort wurde die Kette von Zooplus überholt. Aber viele Menschen gehen immer noch gern direkt in den Markt und kaufen nicht ausschließlich online. Ist ja auch gut so. Auch beim Real Nature Wilderness Rind Pur schauen wir uns Inhaltsstoffe, Analysewerte, Geruch, Verträglichkeit und Preis-Leistung an.

Die Zusammensetzung von Real Nature Wilderness Rind Pur

  • 68% Rind (aus Herzen, Lungen, Lebern, Fleisch)
  • 27% Rinderbrühe
  • 3,2% Cranberries
  • 1% Mineralstoffe
  • 0,3% Leinöl
  • 0,2% Löwenzahn
  • 0,1% Schafgarbe
  • 0,1% Brennnesseln
  • 0,1% Weißdornblätter

Das Nassfutter enthält kein Getreide, Gemüse oder Kartoffeln. Neben Fleisch und Innereien ist eine geringe Prozentzahl Kräuter enthalten und Fleischbrühe. Fleischbrühe ist im Grund eine Art Füllstoff. Das Nassfutter wird dadurch wesentlich feuchter, hat aber weniger Nährstoffe, da in der Brühe selbst wenig Nährstoffe enthalten sind.

Mal sehen, was die empfohlene Tagesmenge für einen 10 Kilogramm schweren Hund ist. Vermutlich wird diese höher sein als bei anderen getesteten Nassfuttersorten.

Aber wie ist das eigentlich mit der Deklaration Fleischbrühe?

In der Regel werden Nassfuttersorten – egal ob in der Dose oder in der Tetra Recart® Packung – roh eingefüllt, verschlossen und dann erhitzt, also gekocht. Bei diesem Vorgang tritt Saft aus, was natürlicher Fleischsaft ist und auch vom Gemüse kommt. Im Grunde ist es nichts anderes als selbst Fleisch im Topf zu garen. Dabei tritt auch Fleischsaft aus.

Wieso ist dann auf manchen Dosen – wie auch beim Real Nature – 27% Rinderbrühe deklariert? 

Weil diese zusätzlich hinzugefügt wurde um die Dose zu füllen und das Gewicht zu erhöhen. Aber eigentlich ist das überhaupt nicht notwendig, außer man möchte den Herstellungspreis reduzieren und dem Kunden vorgaukeln, er hätte eine volle Dose hochwertiges Fleisch erhalten. Nimmt man die 27 % zu den Flüssigkeiten dazu, die natürlich durch den Garprozess enthaltenen sind, hat man locker 40% Wasser in der Dose. Und das ist gelinde gesagt unverschämt.

Der Fleischanteil ist ok, und auch, dass das Futter getreidefrei ist, ist vorteilhaft. Ob es die Hunde fressen und wie sie es vertragen, erfahrt ihr im weiteren Text.

Analytische Bestandteile – Real Nature Wilderness Rind Pur

  • Protein 11,2%,
  • Fettgehalt 5,5%,
  • Rohasche 1,9%,
  • Rohfaser 0,3%

Was mich hier wundert, das ist, dass es hier keine Feuchtigkeitsangabe gibt.

Zusatzstoffe Real Nature Wilderness Rind Pur

  • Vitamin D3 200 IE; Jod (Calciumjodat, wasserfrei) 0,75mg,
  • Mangan (Mangan-(II)-sulfat, Monohydrat) 3mg ,
  • Zink (Zinksulfat, Monohydrat), 15mg

Der Fettgehalt ist im unteren Bereich, der Rohfaseranteil ist sehr gering, da bei diesem Futter auch kaum pflanzliche Nahrungsmittel verarbeitet wurden. Die Rohfaserangaben beziehen sich auf den Anteil an schwer oder unverdaulichen Ballaststoffen pflanzlicher Nahrungsmittel im Nassfutter. Das Real Nature Wilderness Rind Pur hat davon lediglich 0,3%. Ein gewisser Teil an Rohfasern ist wichtig, denn dadurch wird das Volumen der Nahrungsmenge erhöht. Der Organismus produziert mehr Verdauungssäfte und das Sättigungsgefühl wird erhöht, weil die Nahrung länger im Magen ist, bis sie verdaut wird.

1-2 % der Gesamtmenge sind ein guter Wert dafür. Bei Trockenfutter ist die Rohfasermenge entsprechend höher, sollte aber auch dort die 5 % nicht großartig überschreiten.

Real Nature Wilderness Rind Pur - auf der Dose steht 95% Rind, Rinderbrühe

Real Nature Wilderness Rind Pur – auf der Dose steht 95% Rind, Rinderbrühe

Die Dose suggeriert bei flüchtigem Hinschauen einen Fleischanteil von 95%. Wenn man genauer hinsieht sind 27% für die Fleischbrühe abzuziehen.

Real Nature Wilderness Rind Pur im Praxistest mit Maika unserem Ohrenhund

Den heutigen Test darf unsere Oma durchführen. Maika ist stolze 16 Jahre alt und ein spanischer Sabueso. Sie kam vor 9 Jahren als psychisch vollkommen zerstörter Hund aus Spanien zu uns in Pflege. Wir hatten über die Jahre viele Pflegehunde, aber so kaputt war keiner.

Die kleine Knutschkugel hat uns viele Nerven gekostet, aber es hat sich gelohnt und heute lebt sie ein glückliches Leben. Immer mal wieder hat sie leichte Rückfälle, aber im Großen und Ganzen kommt sie gut klar.

Maika hat massiv Hunger gelitten in ihren ersten Lebensjahren. Dementsprechend frisst sie eigentlich alles, bevorzugt Brot und Äpfel – das war ihre Hauptnahrung und das kennt sie. Sie frisst aber auch Trockenfutter, Nassfutter, rohes Fleisch und gegartes Gemüse ohne Probleme. Also wird es bei diesem Test eher um die Verträglichkeit gehen.

Nach dem Öffnen der Dose bin ich doch erstaunt, dass das Futter gar nicht so flüssig ist, wie ich erwartet hatte. Der Geruch ist der typische Geruch für Nassfutter, wobei es wesentlich schlimmere gibt.

Man kann gut Innereien erkennen und das Futter ist eingehüllt in ein Gelee. Maika frisst es wie erwartet komplett auf und es schmeckt ihr scheinbar auch. Wir werden das Futter jetzt einige Tage testen und am Ende dieses Artikels in unserem Fazit berichten, wie sie es vertragen hat.

Real Nature Wilderness Rind Pur - Innereien sind deutlich zu erkennen

Real Nature Wilderness Rind Pur – Innereien sind deutlich zu erkennen

Wie sieht das Preis-Leistungs-Verhältnis der Fressnapf Eigenmarke Real Nature Wilderness Rind Pur aus?

Laut Herstellerangabe sollte ein 10 Kilogramm schwerer Hund 480 Gramm am Tag bekommen. Das ist eine enorm hohe Menge, wenn man bedenkt, dass wir in unserem Test auch Futtersorten dabei hatten, die eine Angabe von 300 Gramm pro Tag hatten.

Vielleicht ist es deshalb auch besonders günstig schauen wir uns also mal den Preis genauer an.

Ich habe eine Sechserpackung á 200 Gramm Dosen bestellt und 9,54€ bezahlt. Bei der 400 Gramm Dose wird der Betrag geringer. Eine 400 Gramm Dose (ebenfalls im Sechserpakt bestellt) kostet jeweils 2,49€. Bei einer Tagesmenge von 480 Gramm für einen 10 Kilogramm schweren Hund kostet das Futter demnach 2,99€ pro Tag.

Im Monat wäre das Futterkosten von knapp 90€. Das ist bis jetzt das teuerste Nassfutter unter den getesteten Sorten. Das Futter für Maika mit ihren 16 Kilogramm würde dann pro Tag 4,54 € und im Monat 136,20€. Das ist schon ein stattliches Sümmchen für mind. 30 % Fleischbrühe.

Maika testet Real Nature Wilderness Rind Pur

Maika testet Real Nature Wilderness Rind Pur

Wird die Fressnapf Eigenmarke Real Nature Wilderness Rind Pur von Maika gut vertragen?

Maika frisst das Futter gern, auch noch nach ein paar Tagen. Der Output war anfangs breiig, wurde dann aber wieder besser. Allerdings hat sie ziemlich schnell an Gewicht verloren. Ich müsste also zusätzlich noch Gemüse, Öle und Kartoffeln füttern, damit Maika nicht an Gewicht verliert.

Oder aber ich müsste die Futtermenge deutlich erhöhen, was dann aber in keinem Verhältnis mehr zum Preis stehen würde. Ich finde das Nassfutter Real Nature Wilderness Rind Pur für die Qualität und die Inhaltsstoffe einfach zu teuer. Da gibt es definitiv andere Sorten von anderen Herstellern, die entweder preislich günstiger bei gleicher Qualität sind, oder aber einen ähnlichen Preis haben und von den Inhaltsstoffen mehr überzeugen.

Bei dem Preis ist auch das Auffüllen mit Rinderbrühe echt unverschämt. Und auch, wenn es vom Hersteller als etwas Besonderes hingestellt wird, so ist es das nicht. Füttert euren Hund mal mit der Hälfte seines normalen Futters und ersetzt die andere Hälfte mit gekochter Rinderbrühe. Es hat einfach nicht den gleichen Nährwert, sondern wesentlich weniger.


Bildnachweis: © alle schwarzer.de / Bianca Brendel

Über Bianca Brendel

Ich bin seit 30 Jahren Hundebesitzerin und habe in den ganzen Jahren sehr viel über Hunde, deren Ernährung, Erziehung und Pflege gelernt. Jetzt bin ich in der Redaktion von hundebibel.de als Fachauthorin tätig und versuche, allen Hundebesitzern und Besuchern von hundebibel.de die oben genannten Themen ans Herz zu legen.

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