Hilfe & Tipps wenn der Hund schlapp ist

Wenn der Hund schlapp und wie ein Häufchen Elend in der Ecke liegt und sich nicht überreden lässt aufzustehen, kann eine ernsthafte Erkrankung dahinterstecken. Nun gilt es, der Ursache auf den Grund zu gehen.

Inhalt

  1. Hund ist ungewöhnlich schlapp, woran kann das liegen?
  2. Wie kann man den Hund vor Erkrankungen zu schützen?
  3. Durchfall behandeln, damit der Hund nicht mehr schlapp ist.
  4. Der Hund ist schlapp: wenn eine Erkältung die Ursache ist.
  5. Überbelastung macht den stärksten Hund schlapp.

Hund ist ungewöhnlich schlapp, woran kann das liegen?

Und plötzlich ist alles anders! Von heute auf morgen verändert sich der sonst so lustige und aktive Hund in ein Häufchen Elend. Hat keine Lust mehr auf die sonst so geliebten Aktivitäten, will nicht spielen, nicht rennen, nicht einmal spazieren gehen. Nichts kann ihn motivieren, aus dieser Lethargie herauszukommen.

Der besorgte Hundebesitzer muss nun herausfinden, wieso sein Hund nur noch schlapp und lustlos ist. Dazu kann er selbst einen Teil der Detektivarbeit leisten und zudem auch den Tierarzt hinzuziehen, damit es dem geliebten Haustier schnell wieder besser geht.

Der Hund ist plötzlich schlapp und möchte nicht einmal mehr fressen.

Der Hund ist plötzlich schlapp und möchte nicht einmal mehr fressen. (#01)

Es handelt sich nicht immer um eine Hundekrankheit, auch andere Gründe können vorliegen, warum ein Hund plötzlich schlapp und lethargisch ist.

Vielleicht ist ihm sprichwörtlich etwas auf das Gemüt geschlagen. Ja auch das gibt es, Hunde können sehr sensibel auf Veränderungen reagieren.

  • Wollte man ihm vielleicht eine Freude machen und hat ihm einen Gefährten zur Seite gestellt?
  • Das muss nicht immer positiv für den Hund sein. Generell ist es schöner für einen Hund, wenn er nicht allein ist, es gibt aber auch Hunde, die das nicht unbedingt mögen und lieber allein mit ihren Menschen leben möchten.
  • Manchmal liegt es aber auch genau an dem Hund, der gerade eingezogen ist, auch Hunde mögen nicht jeden. Und das müssen sie auch nicht.
  • Hat sich das familiäre Umfeld verändert? Ist jemand neues hinzugekommen?
  • Ist man vielleicht gerade umgezogen?
  • Wurde das Futter kürzlich umgestellt und kann es an einer Futtermittelunverträglichkeit liegen?
  • Oder ist er einfach nur alt geworden? Das passiert nicht über Nacht, aber dennoch kann sich der Zustand vom agilen zum offensichtlich alternden Hund innerhalb weniger Wochen drastisch verändern.
  • Allerdings sollte auch ein alternder Hund nicht nur schlapp herumliegen. Alte Hunde schlafen mehr und sie schlafen viel tiefer als junge Hunde. Die Sehkraft lässt nach und auch die Kraft in den Beinen. Manchmal brauchen sie nach dem Aufstehen ein paar Minuten bis das Getriebe in Gang kommt, dann rutschen die Beine weg, weil die Kraft fehlt und der Hund auch noch nicht ganz da ist. Manchmal stehen sie auch irgendwo in der Ecke rum, offensichtlich nicht mehr so ganz Herr ihrer Sinne. Aber all diese Prozesse verlaufen schleichend, sind also nicht von heute auf morgen da.
Hat ein Hund Kummer, weil sich sein Leben drastisch verändert hat, kann das auch der Grund dafür sein, dass der Hund schlapp und lustlos ist.

Hat ein Hund Kummer, weil sich sein Leben drastisch verändert hat, kann das auch der Grund dafür sein, dass der Hund schlapp und lustlos ist.(#02)

Das veränderte Verhalten kann auch einen medizinischen Hintergrund haben, deshalb sollte es unbedingt mit einem Tierarzt abgeklärt werden. Hierzu ist es ebenfalls nötig, einige Fragen vorab zu klären, damit der Tierarzt schneller zu einer möglichen Diagnose gelangen kann.

  • Seit wann ist der Hund so schlapp?
  • Gab es einen auslösenden Moment?
  • Hat er vielleicht Schmerzen?
  • Gab es einen Unfall oder eine Beisserei mit einem anderen Hund?
  • Wurden in letzter Zeit die Zähne überprüft, vielleicht hat der Hund Zahnschmerzen oder Zahnfleischprobleme?
  • Hat der Hund Durchfall oder hat er sich erbrochen?
  • Kann eine Vergiftung vorliegen? Hat der Hund irgendetwas gefressen, was diesen Zustand auslösen könnte?
  • Ist verdrecktes Wasser der Grund? Konnte der Hund beim Spaziergang aus einer abgestandenen Pfütze trinken?
  • Oder hat er mal wieder irgendetwas kaputt gefressen und vielleicht einen Fremdkörper verschluckt?

Auch eine Virusinfektion kann der Auslöser sein, warum der Hund so schlapp ist:

  • oftmals bekommt der Hund dann auch noch Fieber
  • Viruserkrankungen und Infektionen schwächen den Körper
  • wird hohes Fieber nicht zügig behandelt, kann es lebensbedrohlich verlaufen
  • Leptospirose ist eine Infektionskrankheit, die in Deutschland wieder ausgebrochen ist
  • typische Symptome sind Appetitlosigkeit, der Hund hat Durchfall oder erbricht sich
  • Parvovirose ist eine Viruserkrankung, die vor allem bei ganz jungen Hunden auftritt
  • Parvovirose endet häufig nicht gut für den kleinen Welpen, denn er wird dermaßen davon geschwächt, das es meist nicht überlebt wird
  • der Welpe erbricht sich andauernd, dehydriert komplett und der Hund ist nur noch schlapp und ausgelaugt,

In diesem YouTube Video erklärt Stefanie Gehrmann, wie ihr Hundewelpe Parvovirose bekam und welchen Tierärztemarathon sie durchlaufen musste.

Video: Parvovirus bei Hunden ( Parvovirus)

Bei intakten Hündinnen kann es an einer eitrigen Gebärmutterentzündung, der sogenannten Pyometra liegen, dass der Hund so schlapp ist.

  • typisch sind vaginale Blutungen und eitriger Ausfluss
  • die Hündin hat häufig Fieber und trinkt außergewöhnlich viel
  • einige Hündinnen lecken sich viel häufiger also sonst
  • es gibt die offene und geschlossene Form der Pyometra
  • die geschlossene ist schwerer zu erkennen, da die Sekrete den Körper nicht verlassen können
  • bei dieser Hundekrankheit hilft nur die Kastration und vollständige Entfernung der Gebärmutter und der Eierstöcke

Vermutlich ist die häufigste Todesursache bei Hunden einen Tumorerkrankung. Drei von vier unserer Hunde, die wir bisher gehen lassen mussten, sind an Krebs verstorben. Manche Tumore kann man gut erkennen da sie äußerlich wachsen, andere wachsen innerlich und man merkt es häufig erst, wenn es schon zu spät ist.

Denn der Hund zeigt oftmals erst recht spät, dass es ihm nicht gut geht. Dann ist der Tumor in den Organen schon sehr groß oder hat breit gestreut. Und aus Erfahrung weiß ich das auch eine regelmäßige Blutuntersuchung keine Sicherheit bietet. Da auch im Blut nicht immer sofort nachweisbar ist, dass der Körper gegen den Krebs ankämpft. Dennoch sollte man gerade bei älteren Hunden regelmäßig das Blut untersuchen lassen, denn viele Krankheiten lassen sich nur dadurch erkennen.

Wie kann man den Hund vor Erkrankungen zu schützen?

In Watte packen geht leider nicht, denn dann kann der Hund kein artgerechtes Leben führen. Dennoch kann man ein paar Dinge beachten, damit keine Hundekrankheiten entstehen.

Im Sommer:

  • Hunde nicht aus abgestanden Pfützen trinken lassen
  • Hunde nicht in geparkten Autos zurücklassen, auch nicht für 10 Minuten
  • nach jedem Spaziergang die Hunde nach Zecken absuchen
  • Klimaanlagen nicht zu kalt einstellen und den Hund langsam daran gewöhnen damit es zu keiner Erkältung kommt

Im Winter:

  • Hunde mit wenig Fell oder keiner Unterwolle gegen die Kälte schützen
  • den Hund keinen oder nur wenig Schnee fressen lassen
  • die Pfoten schützen gegen Streusalz
  • Hund nicht schwimmen lassen, wenn draußen Minusgrade herrschen
 Den Hund im Sommer besser nicht aus dreckigen Pfützen trinken lassen.

Den Hund im Sommer besser nicht aus dreckigen Pfützen trinken lassen.(#03)

Durchfall behandeln, damit der Hund nicht mehr schlapp ist

Hat ein Hund über längere Zeit Durchfall, verliert er sehr viel Flüssigkeit und wichtige Nährstoffe. Der Hund wirkt sehr schlapp und wird immer schwächer. Deshalb sollten Durchfallerkrankungen schnellstmöglich behandelt werden.

Plötzlich auftretender Durchfall kann verschiedene Ursachen haben.

  • Futterumstellung oder häufiger Futterwechsel
  • erhöhter Stress durch veränderte Lebenssituationen
  • Infektion durch Fremdhundekontakt
  • Wasser aus dreckigen Pfützen
  • Wurmbefall
  • Magen-Darmentzündungen
  • Folgeerscheinung einer Tumorerkrankung

Den Hund am ersten Tag einer Durchfallerkrankung nicht zu füttern kann sinnvoll sein, wenn er Futter bekommt dann bitte Schonkost. Gekochte Möhren, Hühnchen und Reis, aber auch nur die Karottensuppe mit etwas Hüttenkäse wäre ausreichend. Wichtiger als Nahrung ist in dem Fall ausreichend Flüssigkeit.

 Der Hund ist schlapp und ausgelaugt, weil er Durchfall hat.

Der Hund ist schlapp und ausgelaugt, weil er Durchfall hat.(#04)

Der Hund ist schlapp: Wenn eine Erkältung die Ursache ist

Erkältungen kommen bei Hunden recht häufig vor, denn sie können sich nicht nur bei anderen Hunden damit anstecken, auch wir Menschen übertragen Atemwegserkrankungen an unsere Haustiere. Dabei wird der Hund aber nicht automatisch krank, nur weil wir es sind. Es liegt auch nicht gleich die ganze Familie flach, weil ein Familienmitglied die Grippe hat. Aber ist das Immunsystem bereits geschwächt, kann sich auch der Hund beim Menschen mit Grippe anstecken.

Wie erkennt man eine Erkältung beim Hund:

  • der Hund muss niesen und ihm läuft zusätzlich noch die Nase
  • Husten kann ein Symptom für eine Erkältung sein
  • generell ist der Hund schlapp und abgeschlagen, manchmal kommt Fieber hinzu oder eitriger Nasenausfluss
  • ein Tierarzt kann abklären, ob es sich um eine leichte oder schwere Erkältung handelt und entsprechende Behandlungsmaßnahmen einleiten

Zusätzlich zur Behandlung kann der Hundebesitzer folgendes tun:

  • Der Hund sollte warmgehalten werden und trocken, auch einen Schal kann man ihm umbinden
  • die Nase zu säubern ist sinnvoll, da die Flüssigkeit die Schleimhäute reizt
  • der Hund sollte geschont werden, wenn ein Mensch Grippe hat, will er auch keinen Marathon laufen, viel Schlaf hilft bei der Genesung
  • viel Trinken hilft dem Hund gesund zu werden
Hat der Hund eine Erkältung, kann man ihn warm einpacken, dann fühlt sich der Hund bald nicht mehr schlapp.

Hat der Hund eine Erkältung, kann man ihn warm einpacken, dann fühlt sich der Hund bald nicht mehr schlapp.(#05)

Überbelastung macht den stärksten Hund schlapp

Hunde sollen sich bewegen, das macht ihnen Spaß und Freude. Dennoch muss man die äußeren Bedingungen beachten und einigen Hundebesitzern ist scheinbar immer noch nicht klar, dass Hunde nicht schwitzen können.

Hundesport in Maßen betrieben ist ein toller Ausgleich für den Hund und seinen Menschen. Sollte aber auf keinen Fall übertrieben werden. Und an besonders warmen Sommertagen ist es besser, die Füße hochzulegen und den Hund im kühlen Haus schlummern zu lassen, als ihn in die Sonne zu zerren. Schon normale kurze Spaziergänge können an sehr heißen Tagen den Kreislauf des Hundes umhauen.

Er muss definitiv nicht auch noch Sport treiben. Und dabei geht es nicht nur um Hundesport, alle sportlichen Aktivitäten mit dem Hund kann man auf Tage verschieben, die normale Temperaturen haben.

  • Radfahren,
  • Joggen,
  • Agility,
  • Flyball,
  • Hunderennen und Coursing,
  • Zughundesport,
  • Bergsteigen und Wandern sind alles tolle Sportarten, aber sollten auch nicht übertrieben werden.

Einen lebensbedrohlichen Hitzschlag kann die Folge dieser Aktivitäten bei hohen Temperaturen sein und das sollte jeder Hundebesitzer seinem Tier ersparen.

Flyball kann dem Hund sehr viel Spaß machen, an warmen Hochsommertagen aber besser vermeiden.

Flyball kann dem Hund sehr viel Spaß machen, an warmen Hochsommertagen aber besser vermeiden. (#06)

 


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Anna Hoychuk  -#01: Vitaly Titov -#02: RazoomGame  -#03: Shevs -#04: thka -#05: Aleksey Boyko-#06: Melounix

Über Bianca Brendel

Bianca Brendel

Ich bin seit 30 Jahren Hundebesitzerin und habe in den ganzen Jahren sehr viel über Hunde, deren Ernährung, Erziehung und Pflege gelernt. Jetzt bin ich in der Redaktion von hundebibel.de als Fachauthorin tätig und versuche, allen Hundebesitzern und Besuchern von hundebibel.de die oben genannten Themen ans Herz zu legen.

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