Hund & Auto: Passt das zusammen?

Kaum ein Hundebesitzer kann darauf verzichten, seinen Vierbeiner wenigstens gelegentlich im eigenen Auto zu transportieren. Von der kurzen Fahrt zum Tierarzt bis hin zur mehrstündigen Tour in den Urlaub kommt es dabei vor allem auf den Hund und darauf, wie gut er mit dem Autofahren zurechtkommt.

Während sich mancher geduldig hinlegt und wartet, geraten wiederum andere Vierbeiner unter großen Stress und leiden. Immer wieder kommt daher die Frage auf, ob Hund und Auto überhaupt zusammenpassen. Die wichtigsten Aspekte rund um das Thema sollten Halter in jedem Fall kennen.

Konkret gibt es kein Gesetz, das sich ausschließlich mit dem Transport von Hunden im Auto beschäftigt. (#04)

Konkret gibt es kein Gesetz, das sich ausschließlich mit dem Transport von Hunden im Auto beschäftigt. (#04)

Nicht jeder Hund mag Autofahren

Es gibt Hunde, bei denen schon der Anblick des Autos genügt, um Panik auszulösen. Oft handelt es sich hier um solche aus Tierschutzorganisationen, die noch keine hinreichenden oder gar schlechten Erfahrungen gemacht haben. Das Auto als Maschine kann der Hund dann nur mit potenzieller Gefahr verbinden. Im engen Innenraum „gefangen“ zu sein, die fremden Geräusche zu hören und sich darüber hinaus auch noch sehr schnell durch die Welt zu bewegen, macht vielen Vierbeinern Angst. Das Problem für den Hund: Er kann den Auslöser seiner Angst nicht beeinflussen und fühlt sich ohnmächtig.

So kommt es, dass mancher Hund gar nicht erst einsteigen will. Wieder andere lassen sich zwar ins Auto bitten, bellen oder jaulen aber während der gesamten Fahrt. Auch Rastlosigkeit und starkes Hecheln können darauf hindeuten, dass es dem Hund während der Autofahrt so gar nicht gut geht. In diesem Fall sollten Halter nicht mit übertriebener Fürsorge reagieren, wenngleich großes Verständnis selbstverständlich ist. Wer seinen Hund nämlich tröstet und ihm Nähe aufzwingt, verschlechtert die Situation sogar noch. Nimmt der Vierbeiner also bewusst eine distanziertere Haltung ein, sollte ihm das absolut gewährt werden.

Grundsätzlich ist die Gewöhnung eines Hundes an das Autofahren die wohl wichtigste Aufgabe, um PKW und Vierbeiner miteinander kompatibel zu machen. Am einfachsten ist das, wenn der Hund bereits im Welpenalter mit dem PKW konfrontiert wird und das Fahren als ungefährlich erleben kann. Schritt für Schritt ist es dann möglich, die Fahrten zu verlängern und auch das Verhalten des Hundes im Auto mit entsprechender Erziehung zu beeinflussen.

Ist der Hund jedoch bereits älter und die Sozialisierung schon abgeschlossen, bedarf es größter Geduld, um stressfreies Autofahren zu ermöglichen. Manchmal ist dann an richtiges Fahren über Wochen hinweg nicht zu denken. Einsteigen und Aussteigen zu üben und sich dem Auto gemeinsam mit dem Hund zu nähern, gehören bei besonders ängstlichen Tieren zu den ersten Aufgaben. Zeigt sich der Hund gestresst, wenn er im Auto sitzt, sollten die Türen nicht sofort verschlossen werden. Es genügt, ihn eine Weile sitzen zu lassen und dann wieder aus der Situation zu befreien. Nach einiger Übung können die Türen dann für immer längere Zeit geschlossen werden. Es gilt also, den Vierbeiner Stück für Stück an die ungewohnte Situation zu gewöhnen, ihn dabei nicht zu überfordern und neue Reize erst nach und nach einzuführen. Dann können sogar sehr ängstliche Hunde irgendwann entspannt mitfahren.

Nicht alle Hundehalter in Deutschland sind sich der Tatsache bewusst, dass auch ein mitfahrender Hund im Auto gesichert werden muss. (#01)

Nicht alle Hundehalter in Deutschland sind sich der Tatsache bewusst, dass auch ein mitfahrender Hund im Auto gesichert werden muss. (#01)

Hunde stets gut absichern

Nicht alle Hundehalter in Deutschland sind sich der Tatsache bewusst, dass auch ein mitfahrender Hund im Auto gesichert werden muss. Sie lassen ihren Vierbeiner auf dem Beifahrersitz, im Fußraum neben sich oder auch auf der Rückbank mitfahren und gehen dabei ein großes Risiko ein. So genügt schon eine scharfe Bremsung im Stadtverkehr, um den Hund unvorbereitet nach vorne zu schleudern. Die Gefahr potenziert sich bei Fahrten mit hoher Geschwindigkeit, denn das Gewicht eines Hundes, der durch den Innenraum geschleudert wird, kann sich durchaus verdreißigfachen. Das ist nicht nur für den Fahrer lebensgefährlich, sondern selbstverständlich auch für das Tier und alle anderen Insassen.

Konkret gibt es kein Gesetz, das sich ausschließlich mit dem Transport von Hunden im Auto beschäftigt. Da Hunde in Deutschland jedoch als „Ladung“ verstanden werden, greift hier §22 der Straßenverkehrsordnung. Sie besagt im ersten Absatz: „Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können.“ (Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__22.html) Selbstverständlich ist es also, dass ein ungesicherter Hund im Auto nicht nur eine Gefahr darstellt, sondern auch zu unangenehmen Bußgeldern führen kann. Hierfür ist es nicht einmal nötig, dass tatsächlich ein Unfall passiert, denn schon das „Auffliegen“ bei einer Polizeikontrolle rechtfertigt den Bußgeldbescheid. Wie hoch Bußgelder bei ungesicherter Ladung ausfallen können, lässt sich unter bussgeldkatalog.net einsehen.

Somit darf der Hund nur dann mitfahren, wenn er ordnungsgemäß gesichert wird. Wie das genau aussehen kann, entscheidet der individuelle Fall. So gibt es sowohl die Möglichkeit, ein Transportgeschirr zu nutzen, aber auch Transportboxen eignen sich. Und wer seinen Hund im Kofferraum mitnehmen möchte, sollte diesen mit einem stabilen Gitter sichern. Gerade Transportboxen gelten als besonders empfehlenswert, da sie auch den Hund im Falle eines Unfalls besser schützen als Gurte. Die Gewöhnung an die Box sollte genau wie auch die an das Autofahren selbst behutsam erfolgen. Tipps hierzu liefert hund-und-freizeit.com.

Auto und Hund können also durchaus zusammenpassen. Fährt der Vierbeiner möglichst stressfrei mit und ist er gut gesichert, spricht nichts gegen die ein oder andere Spritztour. (#02)

Auto und Hund können also durchaus zusammenpassen. Fährt der Vierbeiner möglichst stressfrei mit und ist er gut gesichert, spricht nichts gegen die ein oder andere Spritztour. (#02)

Das Auto ist kein mobiler Zwinger

Auto und Hund können also durchaus zusammenpassen. Fährt der Vierbeiner möglichst stressfrei mit und ist er gut gesichert, spricht nichts gegen die ein oder andere Spritztour. Was das Auto jedoch in keinem Fall sein sollte, ist ein Aufbewahrungsort für Hunde. Es gibt immer wieder Fälle, in denen Hundehalter ihre Vierbeiner im PKW zurücklassen, um währenddessen zum Einkaufen oder auch zum Arzt zu gehen. Und auch wenn das Auto als geschlossener Raum durchaus geeignet erscheint, birgt das Einschließen des Hundes Gefahren.

Die größte Gefahr stellt sich vor allem während des Sommers dar. Aber auch im späten Frühling, wenn die Außentemperaturen hoch sind, sollten Hunde keinesfalls im Auto bleiben. Dann nämlich kann sich die Temperatur im Innenraum des PKW so extrem erhöhen, dass der Kreislauf des Hundes belastet und sein Leben bedroht wird. Da Hundekörper nicht dazu in der Lage sind, zu schwitzen und sich selbst zu kühlen, kommt es je nach Temperatur binnen kürzester Zeit zum Kreislaufzusammenbruch oder Hitzschlag. Auch der Deutsche Tierschutzbund macht in einem Artikel darauf aufmerksam.

Auch bei klirrender Kälte kann es dem Hund im PKW schnell schlecht gehen. Und herrschen weder besonders warme noch sehr kalte Temperaturen, ist das Einschließen des Vierbeiners dennoch nicht empfehlenswert. Es kann Angstgefühle auslösen, für Panik sorgen und den Hund massiv einschüchtern. Manche Hunde reagieren dann ganz anders als gewohnt und könnten nicht nur das Auto beschädigen, sondern auch sich selbst verletzen.

Regelmäßige Pausen sind wichtig, um die Fahrt auch für den Hund so angenehm wie möglich ausfallen zu lassen. (#03)

Regelmäßige Pausen sind wichtig, um die Fahrt auch für den Hund so angenehm wie möglich ausfallen zu lassen. (#03)

Besonderheiten bei langen Autofahrten

Kurze Autofahrten sind für die meisten Hunde keine besondere Herausforderung, sofern vorab eine gute Eingewöhnung stattgefunden hat. Anders aber kann das aussehen, wenn Hunderte von Kilometern überwunden werden müssen. Wer also beispielsweise mit seinem Hund von Deutschland nach Dänemark reisen will, kann die Fahrt nicht so gestalten, wie sie ohne den vierbeinigen Passagier aussehen würde.

Regelmäßige Pausen sind wichtig, um die Fahrt auch für den Hund so angenehm wie möglich ausfallen zu lassen. Wie häufig Rastplätze angesteuert werden müssen, entscheidet der individuelle Charakter des Hundes. Grundsätzlich aber wird eine Pause alle zwei bis drei Stunden empfohlen. Hier sollte der Hund aussteigen, sich erleichtern, etwas trinken und sich etwas bewegen können. Das mag letztlich für etwas längere Anfahrtszeiten sorgen, schützt den Vierbeiner aber vor Überlastung und kann den Start in den Urlaub erheblich entspannter machen.

 


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: bbernard  -#01: _Africa Studio –#02: dezy  -#03: Africa Studio -#04: Igor Normann

Über 

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

Author: Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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