Die Hundefutter-Hersteller: Tierversuche, Plastik im Hundefutter und andere unschöne Schlagzeilen

Immer wieder sorgen Schlagzeilen über Hundefutter für Unsicherheit beim Hundehalter. Selbst renommierte Hundefuttermarken sind kein Garant für gesunde Ernährung und einige bekannte Hersteller quälen Hunde in Versuchslaboren, bevor sie ihr Futter auf den Markt bringen.

Gefährliche Zutaten und Plastik im Hundefutter

Es geschieht immer mal wieder, dass eine Schlagzeile über Plastik im Hundefutter durch die sozialen Medien geschickt wird. So wurde beispielsweise im März 2016 über ein Plastikstück im Nassfutter einer bekannten Marke berichtet. Eine Hundehalterin fand beim Öffnen der Dose ein Stück Plastik im Futter und informierte den Hersteller über diesen Fund. Da es zu Produktionsfehlern kommen kann, Maschinen beim Herstellungsprozess defekt werden können und auch Menschen Fehler machen können, kann von einem Skandal nicht geredet werden. Doch im Internet-Zeitalter können solche Schlagzeilen mitunter zum Skandal mutieren, nämlich dann, wenn die Nachricht durch die sozialen Netzwerke geschickt wird und aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird: Das gefundene Plastikteil wird als Anlass genommen dem Hersteller vorzuwerfen, er mische Plastik unter das Hundefutter. Bevor ein wahrer Shitstorm ausgelöst wird, sollte jeder selbst noch einmal im Netz nach Informationen suchen. Manchmal wird aus einem Gerücht ein Skandal gemacht, doch andere Schlagzeilen entsprechen der Wahrheit.

Nur Schlagzeilen oder Wahrheit?

Es braucht nicht viel Mühe um nach Schlagzeilen über Hundefutter im Netz zu suchen. Mal war es scheinbar verarbeitetes Plastik im Nassfutter, mal soll ein großer Konzern Stoffe verarbeitet haben, an denen hunderte Hunde in den USA starben. Eine andere Schlagzeile stammt aus Spanien. Die besagt, dass Hunde zu Hundefutter verarbeitet wurden.

Wie soll der Verbraucher nun herausfinden, ob die Berichte der Wahrheit entsprechen oder die Schlagzeilen lediglich der Anziehung hoher Besucherzahlen auf den Webseiten der entsprechenden Medien dienen? Was ist Gerücht und was ist die Realität?

Ein Selbst-Test zur Problematik mit dem Plastik?

Wir haben hier eine Reihe von Fotos zusammengetragen. Können Sie unterscheiden, welche Fotos nachgestellt – also Fake-Fotos von Plastik im Hundefutter – sind?

Echte Fotos oder Fake-Fotos von Plastik in Platinum, Rinti und anderem Hundefutter?

Echte Fotos oder Fake-Fotos von Plastik in Platinum, Rinti und anderem Hundefutter?

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Echte Fotos oder Fake-Fotos von Plastik in Platinum, Rinti und anderem Hundefutter?

Echte Fotos oder Fake-Fotos von Plastik in Platinum, Rinti und anderem Hundefutter?

Frostschutzmittel im Hundefutter

Im Fall des Großkonzerns Nestle mit dem Hundefutter Beneful scheint der Vorwurf berechtigt zu sein. Es kam zur Sammelklage und zudem wurden die Anschuldigungen unter anderem durch einen Bericht der ARD noch bestärkt. In den USA hergestelltes Hundefutter der Marke „Purina Beneful“ konnte ein Frostschutzmittel nachgewiesen werden, welches in der Autoindustrie Verwendung findet. Dieses Mittel – Propylenglykol – ist als Konservierungsstoff sogar erlaubt und gilt als ungefährlich. Dennoch sind scheinbar mehrere hundert Hunde in den USA an diesem Futter gestorben und der Tod der Hunde wird auf einige Bestandteile dieses Futters zurückgeführt. Es wurde nicht nur Frostschutzmittel im Trockenfutter entdeckt, sondern außerdem fand man Arsen, Blei sowie Schimmelpilzgifte in diesem Hundefutter. Der Hersteller verwendete das Frostschutzmittel in Industriequalität, denn das ist günstiger als die vorgeschriebene Qualität, die für die Produktion von Tierfutter gilt. Doch: Selbst wenn diese Stoffe vorschriftsmäßig im Tierfutter landen, sind dies keine Nahrungsstoffe, die der Gesunderhaltung von Hunden förderlich sind. Hier haben die Schlagzeilen also durchaus ihre Berechtigung und diese Informationen sollten und müssen so viele Hundehalter wie möglich erreichen, damit die Wahl auf gesundes Hundefutter fallen kann.

Auch andere Schlagzeilen über Bestandteile im Hundefutter, die dort nichts zu suchen haben, sind wichtige Informationen. Es dürfte jedem klar sein, dass Produktionsfehler vorkommen können – und auch die Menschen, die Maschinen bedienen, sind nicht fehlerlos. Trotzdem sollten Hundehalter den Hersteller benachrichtigen, wenn einmal ein Stück Plastik im Futter entdeckt wurde. In der Regel folgt eine Rückrufaktion die der Hersteller einleitet, damit mögliche Verletzungen verhindert werden können. Solche Vorkommnisse müssen jedoch nicht zum Skandal ausgeweitet werden. Skandalös ist es hingegen, wenn Zutaten verwendet werden, die langfristig zur Gesundheitsgefahr werden können.

Welche Zutaten befinden sich im Hundefutter?

Für den Verbraucher ist es gar nicht so einfach, gesundes Hundefutter zu erkennen. In Onlineshops wie Pets Premium steht dem Hundehalter zwar eine große Auswahl an Markenfutter zur Verfügung, doch welche Futtersorten tatsächlich gesund sind und welche Markenhersteller auf Tierversuche verzichten, ist meistens nicht erkennbar.

Antioxidantien im Hundefutter: Chemische Stoffe gesetzlich erlaubt

Auf den Verpackungen des Hundefutters ist anhand der Zutatenliste zu sehen, welche Bestandteile das Futter aufweist. Doch manche Begriffe sind für den Laien irreführend. Zum Beispiel werden manche Hersteller mit dem Satz „Ohne künstliche Konservierungsstoffe“. Bei dieser Aussage sollte ein genauer Blick auf das Kleingedruckte geworfen werden, denn vom Gesetzgeber aus wird zwischen Konservierungsstoffen und Antioxidantien unterschieden. Ein Hundefutter, das ohne Konservierungsstoffe hergestellt wurde, kann jedoch Antioxidantien enthalten und zu diesen gehören auch Chemikalien wie Ethoxyquin, BHA und BHT. Dies sind giftige Stoffe, die aber zur Konservierung von Tiernahrung erlaubt sind.

  • Ethoxyquin (E324) ist ein Stoff von Monsanto, der auch als Pestizid und Insektizid verwendet wird. Diese Substanz ist in Europa als Zusatz für Lebensmittel verboten – allerdings nur für menschliche Nahrungsmittel. Für die Herstellung tierischer Nahrung ist diese Chemikalie zugelassen.
  • Die Stoffe BHA (E320 Butylhydroxyanisol) und BHT (E321 Butylhydroxytoluol) sind Konservierungsmittel, die von der EU zugelassen sind und das obwohl die Tiermedizinische Universität Hannover belegen konnte, dass diese Stoffe Allergien auslösen können. Diese beiden Substanzen werden häufig für die Konservierung von Trockenfutter verwendet.
  • Ebenso oft wird Natriumsulfat (E514) zur Konservierung genutzt, obwohl dieses Mittel zu Nierenschäden führen kann.

Auf der Seite des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit kann nachgelesen werden, welche Futtermittelzusatzstoffe zugelassen sind. Doch wie man sieht bedeutet eine Zulassung nicht, dass die Substanz für die Gesundheit des Tieres förderlich ist. Das Gesetz lässt auch Tierversuche zu und einige Hersteller von Hundefutter führen solche Versuche durch.

Tierversuche für Hundefutter: Quälerei gesetzlich erlaubt

Die Vorschriften für Tierversuche sind im Tierschutzgesetz geregelt – eigentlich eine ziemlich makabre Angelegenheit. Die gesetzlichen Regeln sind in Paragraf 7 des Tierschutzgesetzes festgelegt. Unter Paragraf 7a ist unter anderem zu lesen:

„Tierversuche dürfen nur durchgeführt werden, soweit sie zu einem der
folgenden Zwecke unerlässlich sind..“

und unter Punkt 4: „Entwicklung und Herstellung sowie Prüfung der Qualität,
Wirksamkeit oder Unbedenklich von Arzneimitteln, Lebensmitteln, Futtermitteln
oder anderen Stoffen oder Produkten…“
.

Geraten also Hersteller von Futtermitteln in die Schlagzeilen, weil sie Tierversuche für Hundefutter durchführen, sind sie durch das Gesetz geschützt.

Dennoch sollte sich jeder Hundehalter vor Augen führen, was diese Versuche für die Hunde bedeuten. Es ist nämlich nicht damit getan, dass diese Versuchshunde das Hundefutter auf Geschmack hin testen und lediglich eine Portion des Futters vorgesetzt bekommen.

Zum Beispiel wurde an Welpen getestet: Die Welpen erhielten entweder zu viele oder zu wenige Vitamine oder Mineralstoffe und zwar solange, bis Anzeichen einer Über- oder Unterversorgung deutlich sichtbar wurden. Zu diesen Symptomen gehören unter anderem Verzögerungen im Wachstum, Gelenkprobleme oder Appetitlosigkeit.

Um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen, verlegen einige Hersteller ihre Labors ins Ausland oder sie kooperieren mit Universitäten im Ausland. Dann können beispielsweise jungen Hunden per operativen Eingriff Nierenschäden zugefügt werden, um spezielles Nierenfutter für Hunde zu testen. Oder man öffnet Hunden nach einem Futtertest den Bauch und entnimmt aus dem Darm Proben – häufig müssen die Hunde diese Prozedur mehrmals aushalten.

Es möchte sicherlich kein Hundehalter Hundefutter von Herstellern kaufen, die solche oder ähnliche Tierversuche durchführen oder durchführen lassen. Zumal die Quälerei dieser Versuchshunde meistens zusätzlich noch durch schlechte Haltungsbedingungen verstärkt wird.

Als Verbraucher kann man zu den Futtermarken greifen, die keine Tierversuche durchführen. Die komplette Liste gibt’s auf PETA und steht jedem kostenlos zur Verfügung. Auf der Seite von PETA sind weitere Hintergrundinformationen zu diesem Thema zu erhalten.

Viele auf der Liste aufgeführten Marken sind unter anderem auch im Onlineshop Pets Premium zu bekommen. Bosch, GRAU, Happy Dog oder Terra Canis sind Beispiele von Marken, die Hundefutter ohne Tierversuche produzieren. Wie wir vor kurzem berichtet haben, werden im Blog des Shops eigene Futtertests vorgestellt, wobei ein Tierarzt die Futtersorten zusätzlich bewertet.

Wie erkenne ich gesundes Hundefutter?

Schlagzeilen über Hundefutter sollten durchaus beachtet werden, denn manches Mal bekommt man dadurch einen Einblick in die Herstellung von einzelnen Futtermarken. Ob das Hundefutter für den eigenen Vierbeiner gesund ist und vertragen wird, kann augenscheinlich am glänzenden Fell, am Stuhlgang und an seiner Fitness erkannt werden. Mundgeruch kann ein Zeichen für falsches oder ungesundes Futter sein. Ebenso zeigt sprödes Fell oftmals an, dass etwas mit dem Futter nicht stimmt.

Grundsätzlich können die Inhaltsstoffe auf der Zutatenliste Aufschluss darüber geben, ob das Hundefutter gesund ist oder nicht. Gesundes Hundefutter:

  • besteht zum größten Teil aus Fleisch – das Fleisch steht somit als Erstes auf der Zutatenliste der Verpackung
  • enthält wertvolle Öle wie Lachsöl
  • enthält auch Obst und/ oder Gemüse
  • ist entweder getreidefrei oder enthält nur einen geringen Teil an Getreide
  • ist frei von künstlichen Konservierungsstoffen, Farb- und Geschmacksstoffen
  • enthält weder Zucker noch Zuckerersatzstoffe

Übrigens: Anhand Genforschungen an der Universität Uppsala konnte unter anderem herausgefunden werden, dass die Verdauungsmechanismen des Hundes sich mittlerweile von denen des Wolfs unterscheiden. So ist das Verdauungssystem des Hundes wesentlich besser in der Lage, Pflanzennahrung und Kohlehydrate zu verdauen. Zum Beispiel verläuft die Verdauung von Stärke beim Hund fünffach besser im Gegensatz zum Wolf. Der Hauptnährstoff von Getreide ist Stärke.

Das Verdauungssystem hat sich durch die Domestizierung verändert. Trotzdem sollten Hunde selbstverständlich Fleisch als Hauptbestandteil ihrer Ernährung erhalten. Die Forschungsergebnisse zeigen aber auch, dass Kohlenhydrate und Getreide unbesorgt einen kleinen Teil der Nahrung ausmachen können – natürlich nur, wenn der einzelne Hund nicht auf Getreide allergisch reagiert.

Wichtig ist außerdem, dass pflanzliche und tierische Nebenerzeugnisse genau deklariert sind. Hersteller, die Wert auf Qualität legen, zählen jede Zutat gesondert auf und nutzen keine unklaren Sammelbegriffe wie „tierische Nebenerzeugnisse“.

Weiterhin sollte das Hundefutter auf den einzelnen Hund abgestimmt sein. Es gibt beispielsweise spezielles Futter für Welpen oder für Senioren und ebenso für aktive und weniger aktive Hunde. Die Zusammensetzung der hochwertigen und gesunden Futtersorten richtet sich also nach Alter und Fitness des Vierbeiners.

Quellen:


Bildnachweis: © alle schwarzer.de

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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Author: Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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