Bodenbelag für Kuhstall: Welcher Bodenbelag im Stall?

Wird ein Kuhstall neu errichtet, lassen sich auch die Gesichtspunkte hinsichtlich der Gestaltung des Bodens gut einbeziehen. Vorher kann gut überlegt werden, ob Beton oder Gummi besser ist, ob die Kuh auf Stroh stehen soll oder den Stall vielleicht nur als Unterstand nutzen soll und ansonsten draußen lebt. Bei einer Sanierung des Stalls muss der Bodenbelag allerdings ebenfalls bedacht werden, denn oft lassen sich schon mit geringen Umbaumaßnahmen Erfolge im Hinblick auf das Wohlfühlen der Kühe erzielen.

Bodenbelag für Kuhstall: Was muss er können?

Keine Kuh möchte gern auf einem harten Boden liegen müssen. Dabei muss erst einmal erwähnt werden, dass Kühe wahre Liegetiere sind. Durchschnittlich verbringen sie zwischen 12 bis 14 Stunden am Boden, Hochleistungsmilchkühe bringen es sogar auf etwas mehr als 16 Stunden. Die Liegezeiten werden natürlich unterteilt und dauern zwischen einer und eineinhalb Stunden. Klar, dass jede Kuh dabei bequem liegen möchte. Bedenkt man nun noch, dass das hohe Gewicht der Kuh auf Beinen und Gelenken lagert, sollte verständlich sein, dass der Bodenbelag flexibel sein sollte. Dabei muss zwischen dem reinen Bodenbelag und der Liegematte unterschieden werden. Ersteres wird meist durch Beton oder Estrich dargestellt und bildet sozusagen den festen Untergrund, der sich auch leicht reinigen lässt. Darauf wird die Liegematte aufgebracht, die in der Regel aus Stroh oder auch aus Gummimatten besteht. Stroh punktet hier allerdings durch zahlreiche Vorteile, die die Gummimatten nicht mitbringen können.

Der Bodenbelag im Kuhstall muss also flexibel und nachgiebig sein. Er darf nicht feucht sein und sollte die Bewegung nicht erschweren. Berücksichtigt man die Mistmatte, die sich leider in vielen Kuhställen befindet, so wird klar, dass sich eine Kuh hier nicht wohlfühlen kann. Oftmals sinken die Vorderbeine bis zur Hälfte ein. Eine Kuh bevorzugt aber sowohl zum Liegen als auch zum Stehen trockene Untergründe. Dem regelmäßigen Misten und Nachstreuen wird hingegen immer noch zu wenig Beachtung geschenkt.

Bodenbelag im Kuhstall – was kommt infrage?

Für den Bodenbelag im Kuhstall kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht. Zuerst einmal muss geklärt werden, ob die Kühe dauerhaft im Stall gehalten werden oder diesen nur als Unterstand und zum Füttern aufsuchen. Ähnlich wie bei der Robustpferdehaltung können Kühe im Offenstall gehalten werden, sollen aber jederzeit die Gelegenheit haben, einen zugfreien Stall mit trockenem Untergrund aufzusuchen. Gerade zum Liegen in den kalten und nassen Monaten des Jahres wird von vielen Kühen der Stall bevorzugt genutzt. Ein Stall, der nur als Unterstand dient, lässt sich aber natürlich leichter sauber halten als einer, in dem die Kühe dauerhaft eingesperrt leben müssen.

Als fester Belag eignet sich Beton oder Estrich, der aber als alleinige Standfläche schon allein aus Tierschutzgründen nicht infrage kommen kann. Er dichtet lediglich den Boden ab und schützt vor dem Eindringen von Mist und Urin in den Unterboden. Darauf können Gummimatten verlegt werden, die allerdings eine angeraute Oberfläche besitzen sollten. Diese schützt zumindest bis zu einem gewissen Grad vor dem Rutschen der Kühe. Nun wird sich aber eine Kuh, die die Wahl hat zwischen dem Liegen auf der Gummimatte und dem Liegen auf Stroh immer für das Stroh entscheiden. Daher ist dieser Bodenbelag im Kuhstall immer vorzuziehen. Wichtig ist jedoch, dass die Strohmatte ausreichend dick gewählt wird. Anfallender Mist muss täglich entsorgt werden, dafür wird wieder frisches Stroh nachgestreut.

Das Halten auf Sägespänen mag für die Kühe ebenfalls bequem sein, allerdings ist dies wenig wirtschaftlich. Mist aus Sägemehl kann nicht auf die Felder verbracht werden und dient damit nicht als Dünger, wohingegen ein Bauer den Mist aus Stroh beim nächsten Pflügen verwerten kann.

Fazit: Die Kombination Beton und Stroh als Bodenbelag im Kuhstall ist nach wie vor die beste Variante, auch wenn sich immer wieder neue Bodenbeläge am Markt durchzusetzen versuchen.


Bildnachweis: © freeimages.com – SCapture

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply