Bauchschmerzen beim Hund richtig behandeln!

Der Hund krümmt sich vor Schmerzen, wirkt apathisch und frisst nichts. Das können Hinweise sein, dass ein Hund Bauchschmerzen hat. Richtig behandelt kann es ihm aber bald wieder besser gehen!

Übersicht

  1. Hund hat Bauchschmerzen: Was sind die Anzeichen dafür?
  2. Ist immer eine Erkrankung ursächlich, wenn der Hund Bauchschmerzen hat?
  3. Hund hat Bauchschmerzen: harmlose Ursachen mit Hausmitteln behandeln!
  4. Darmverschluss oder Magendrehung: hier hilft nur eine Operation!
  5. Hund hat Durchfall und Bauchschmerzen: Sind Giardien der Grund?

Hund hat Bauchschmerzen: Was sind die Anzeichen dafür?

Hat ein Hund Bauchschmerzen, gibt es dafür an verschiedene Anzeichen. Steht der Hund in der sogenannten Gebetsstellung da, kann das ein Anzeichen auf Bauchschmerzen sein. Hunde nutzen die Gebetsstellung auch bei der Spielaufforderung oder nach dem Aufstehen, um sich zu strecken.

Ist er also nur kurz in dieser Haltung, hat das meist keinen schmerzhaften Hintergrund. Steht er aber auffallend lang so da und winselt womöglich noch, ist das ein sicheres Anzeichen für Bauchschmerzen. Auch wenn der Bauch sich sehr fest und hart anfühlt oder der Hund vermehrt Blähungen hat, kann dies ein Anzeichen für Bauchschmerzen sein.

Manche Hunde machen auch einen Katzenbuckel, um so den Bauch zu entlasten. Auch vermehrtes Gras fressen kann ein Anzeichen sein. Vor allem dann, wenn der Hund sonst nicht soviel Gras frisst. Ein deutliches Zeichen ist es auch, wenn der Hund keinen Kot absetzen kann. Ist man mit dem Hund unterwegs und sieht, dass er ständig versucht sich zu lösen, das aber nicht funktioniert, dann ist schleunigst ein Tierarzt anzurufen, denn es kann ein Hinweis auf einen Darmverschluss sein.

Hund hat Bauchschmerzen: Geht es dem Hund nicht gut, leidet der Mensch mit ihm.

Hund hat Bauchschmerzen: Geht es dem Hund nicht gut, leidet der Mensch mit ihm. (#01)

Ist immer eine Erkrankung ursächlich, wenn der Hund Bauchschmerzen hat?

Nicht immer ist gleich vom Schlimmsten auszugehen, wenn ein Hund mal Bauchschmerzen hat. Jeder Hundebesitzer kennt seinen Hund am besten und merkt sicher sofort, wenn mit diesem etwas nicht stimmt. Wurde vielleicht vor kurzem das Futter umgestellt oder hat sich etwas gravierendes an der Lebenssituation verändert?

Auch wenn man es nicht denkt, Hunde können sehr sensibel auf ihre Umwelt reagieren.

  • Ein neuer Hund,
  • ein kürzlich geborenes Baby,
  • eine Trennung
  • oder ein Umzug,

können auch dem Hund auf den Magen schlagen. Einige Hunde reagieren körperlich auf ihren seelischen Ballast. Vielen Menschen geht das ganz genauso, wenn sie ihren Kummer immer nur in sich hineinfressen, sucht er sich andere Ventile.

Manche Hunde können äußerst empfindlich auf veränderte Lebenssituationen reagieren und davon regelrecht Bauchschmerzen bekommen.

Manche Hunde können äußerst empfindlich auf veränderte Lebenssituationen reagieren und davon regelrecht Bauchschmerzen bekommen.(#02)

Es kann aber auch einen ganz simplen Hintergrund haben, zum Beispiel, das sich der Hund einfach nur überfressen hat, oder viel zu schnell gefressen hat. Werden Hunde nur einmal pro Tag gefüttert und dann auch noch mit Trockenfutter, kann die Menge schwer im Magen liegen. Auch das kann zu vorübergehenden Bauchschmerzen führen. Magenverstimmungen können sich auch unangenehm für den Hundebesitzer bemerkbar machen, wenn der Hund pupst und damit nicht mehr aufhört.

Wirklich jeder Hundebesitzer kennt es, wenn Hunde pupsen, kann man eigentlich nur noch die Flucht ergreifen. Welch übelriechender Gestank teilweise aus den kleinen Körpern entweicht, ist wirklich unfassbar. Manche Hunde brauchen dafür einen Waffenschein. Uns hat es schon so manches Mal fluchtartig die Couch oder den Raum verlassen lassen.

Dabei soll es Hundebesitzer geben, die das täglich aushalten, weil sie denken es sei normal. Dem kann ich nur entschieden widersprechen, es ist nicht normal, wenn ein Hund täglich Blähungen hat. Wenn kein medizinischer Grund besteht, liegt es definitiv am Futter, das was der Hund bekommt, verträgt er nicht. Entweder enthält das Futter zu viel Getreide, oder der Hund verträgt die darin enthaltene Fleischsorte nicht. Auch enthaltene Kräuter können Unverträglichkeiten auslösen.

Auch Futter kann Allergien, Blähungen und Bauchschmerzen beim Hund auslösen.

Auch Futter kann Allergien, Blähungen und Bauchschmerzen beim Hund auslösen. (#03)

Bei allen harmlosen Ursachen gibt es aber auch sehr ernste Erkrankungen, die sich unter anderem mit Bauchschmerzen bemerkbar machen.

  • Darmverschluss oder Darmkolik
  • Darmriss
  • Giardien
  • Durchfallerkrankungen
  • Allergien
  • Magendrehung
  • Vergiftung
Bauchschmerzen Hund als Entlastung geht er in die Gebetsstellung

Bauchschmerzen Hund als Entlastung geht er in die Gebetsstellung (#04)

Meist zeigt der Hund neben Bauchschmerzen auch noch weitere Symptome, die darauf hinweisen, dass es sich nicht nur um eine leichte Verstimmung handelt sondern den ganzen Organismus belastet.

  • der Hund ist generell schlapp bis apathisch
  • der Hund hat Fieber
  • er kann entweder gar keinen Kot absetzen
  • oder hat starken Durchfall, manchmal blutig
  • er erbricht sich vermehrt oder versucht zu erbrechen
  • ist unruhig und läuft hin und her
  • jammert
Der Hund wirkt apathisch und lustlos, frisst vielleicht nicht, hat Durchfall oder Bauchschmerzen. Ein Tierarztbesuch wird Klarheit bringen.

Der Hund wirkt apathisch und lustlos, frisst vielleicht nicht, hat Durchfall oder Bauchschmerzen. Ein Tierarztbesuch wird Klarheit bringen.(#05)

Wenn man sich unsicher ist, unbedingt einen Tierarzt kontaktieren, die Symptome aufschreiben, damit man dann beim Tierarzt nichts vergisst und vor allem notieren, wann es angefangen hat und was der mögliche Auslöser sein könnte.

  • Hat der Hund etwas anderes gefressen als sonst?
  • Gab es Fremdhundekontakt bei den letzten Spaziergängen?
  • Konnte der Hund beim Spaziergang einen Fremdkörper aufnehmen?
  • Hat sich die Lebenssituation drastisch geändert?
  • Seit wann verhält sich der Hund so?
  • Wann war der letzte Kotabsatz?
  • War der Kot normal, sehr hart oder hatte er Durchfall?
  • Gab es Blut im Stuhl?
  • Wurde Fieber gemessen und falls ja, wie war die Temperatur?
  • Konnte der Hund irgendetwas im Haushalt fressen, was er nicht sollte? Tabletten, Putzmittel, Schokolade, oder Ähnliches?

Das alles sind Fragen, die sich der Hundebesitzer bereits vor dem Tierarztbesuch stellen kann, damit dieser schneller zu einer möglichen Diagnose gelangen kann. Beziehungsweise die Ursache womöglich schneller erkennen kann.

Manchmal fangen sich Hunde bei Hundebegegnungen auch einen Virus ein, der zu Bauchschmerzen führen kann.

Manchmal fangen sich Hunde bei Hundebegegnungen auch einen Virus ein, der zu Bauchschmerzen führen kann.(#06)

Hund hat Bauchschmerzen: Harmlose Ursachen mit Hausmitteln behandeln!

Wenn es sich nur um eine Magenverstimmung handelt oder der Hund zu viel oder das Falsche gefressen hat, können Hausmittel helfen. Diese Hausmittel ersetzen aber nicht den Tierarzt, wenn es dem Hund nicht schnell wieder besser geht, sollte man keinesfalls zögern und einen Tierarzt hinzuziehen.

Morosche Karottensuppe nach Prof. Dr. Ernst Moro:

  • das Geheimrezept bei Durchfall und Magenverstimmungen!
  • wirkt antibiotisch und reinigt den Darm
  • leichter Durchfall lässt sich damit schnell beseitigen
  • unterstützend zu einer vom Tierarzt verordneten Therapie kann sie ebenfalls verabreicht werden

Wenn man denkt, der Hund hätte einen Fremdkörper verschluckt, hilft Sauerkraut:

  • Sauerkraut legt sich wie eine Schlinge um den im Magen befindlichen Fremdkörper und wirkt abführend, sodass der Fremdkörper auf normalem Weg wieder hinauskommen kann
  • bei einem Darmverschluss funktioniert das natürlich nicht mehr dann muss der Fremdkörper operativ entfernt werden.

Darmverschluss oder Magendrehung: Hier hilft nur eine Operation!

Sind die Bauchschmerzen beim Hund nicht harmlos und haben einen krankhaften oder verletzungsbedingten Hintergrund, wendet der Tierart verschiedene Behandlungsmethoden und Therapien an.

Behandlung bei Darmverschluss, Darmkolik oder Darmriss:

  • krampflösende oder abführende Mittel werden injiziert
  • Spritze gegen Darmentzündungen (Prophylaxe)
  • Notoperation um Fremdkörper zu entfernen
  • kleinere Fremdkörper können mittels Endoskopie entfernt werden
  • absaugen von Magen- und Darminhalt, oder Entfernen der Blockaden mit Darmzange oder Spülungen
  • ein Klistier wird eingesetzt, wenn sich der Fremdkörper im Enddarm befindet
  • ein Darmriss kann ebenfalls durch einen Fremdkörper entstehen, aber auch durch einen Aufprall bei einem Unfall und muss immer operiert werden
Erkrankungen wie Darmverschluss, Darmriss oder eine Magendrehung können nur operativ behoben werden.

Erkrankungen wie Darmverschluss, Darmriss oder eine Magendrehung können nur operativ behoben werden. (#07)

Lebensgefahr besteht bei einer Magendrehung, die Anzeichen hierfür sind:

  • typisch ist ein deutlich aufgeblähter Bauch
  • der Hund kann weder fressen noch trinken, wenn er versucht zu trinken bricht er dies direkt wieder aus, das ist ein deutliches Alarmsignal in Verbindung mit dem stark aufgeblähten Bauch
  • anhaltender Würgereiz, starker Speichelfluss und Erbrechen
  • Atembeschwerden treten nach einiger Zeit auf, da der Magen so stark aufbläht, das er die anderen Organe abdrückt
  • Apathie bis zum Schockzustand, stark erhöhter Puls und Herzschlag

Die Symptome sind bei vielen Hunden unterschiedlich, eines haben aber alle gemeinsam. Wird die Magendrehung nicht schnellstens operiert, ist das der sichere Tod für den Hund.

  • Eine Magendrehung ohne Notoperation überlebt kein Hund!
  • Deshalb ist es unbedingt wichtig sofort zu einem Tierarzt zu fahren, und zwar zu einem, der diese Operation auch durchführen kann.
  • Es nutzt nichts, zu seinem Dorftierarzt zu fahren, der einem dann erklärt das man nochmal vierzig Minuten zur nächsten Tierklinik fahren muss.
  • Gleich mit dem entsprechenden Tierarzt oder der Tierklinik telefonieren, die bestenfalls nur zwanzig Minuten entfernt liegt.
  • Dann kann das Team die Operation sofort vorbereiten und der Hund landet umgehend nach der Ankunft im OP.

Leider ist auch das keine Garantie, dass der Hund überlebt, aber ohne Operation tendiert die Wahrscheinlichkeit gegen null. Nach der Operation kann sich der Hundebesitzer darauf einstellen, die Ernährung seines Lieblings umzustellen. Schonkost und kleine Portionen mehrmals am Tag wird der Hund Zeit seines Lebens benötigen.

Hund hat Durchfall und Bauchschmerzen: Sind Giardien der Grund?

Was sind Giardien überhaupt?

Giardien sind Mikroorganismen die als Schmarotzer des Verdauungssystems dem Hund wichtige Nährstoffe im Dünndarm entziehen. Sie verursachen langwierigen Durchfall mit meist blutigem Verlauf und Entzündungen. Bei Hunden mit gesundem Immunsystem fällt ein Giardienbefall meist gar nicht auf, da der Hund diese selbst bekämpft und auf ein normales Maß reduzieren kann.

Dennoch sind sie für andere Hunde ansteckend. Besonders häufig und leider auch mit heftigem Verlauf erwischt es Welpen und alte Hunde, sowie Hunde, deren Immunsystem durch andere Erkrankungen bereits geschwächt sind. Giardien sind auch für andere Haustiere und Menschen hochgradig ansteckend.

Wie läuft die Behandlung gegen Giardien?

  • die Behandlung ist anstrengend für den Hund und auch seinen Besitzer
  • absolute Hygiene ist oberstes Gebot
  • öffentliche Anlagen, Parks, Wälder und Hundeausläufe sind Tabu!
  • alle Textilien, die der Hund nutzt, müssen täglich mehrmals abgekocht werden, dazu gehören Hundebetten, Decken, Handtücher
  • jegliche Flächen müssen desinfiziert werden, Zeitungspapier oder Inkontinenz Unterlagen helfen.
  • Näpfe müssen täglich mehrfach gereinigt und desinfiziert werden
  • sehr enges Kuscheln und schmusen sollte vermieden werden, was für Hund und Besitzer sehr unschön ist
  • es kann Monate dauern, bis die Giardien soweit reduziert sind, das der Hund wieder als gesund gilt
  • die Kosten für die Behandlung sind sehr hoch, da mehrmals Laboruntersuchungen durchgeführt werden müssen, zusätzlich bekommt der Hund Tabletten und die ganze Putzerei kostet ebenfalls
  • leben mehrere Hunde in einem Haushalt müssen auch diese die ganze Prozedur und Behandlung mitmachen, auch wenn sie keine Symptome haben
  • ist die Behandlung geglückt, ist man dennoch nicht aus der Pflicht, denn Giardien sind nicht komplett wegzubekommen und es muss in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, ob der Befall wieder schlimmer wird.

Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Javier Brosch -#01: yangtak-#02: logoboom-#03: _Jaromir Chalabala -#04: _ yhelfman-#05: Oleksandra Kuznietsova -#06: Matej Kastelic -#07: Studio Peace

Über Bianca Brendel

Bianca Brendel

Ich bin seit 30 Jahren Hundebesitzerin und habe in den ganzen Jahren sehr viel über Hunde, deren Ernährung, Erziehung und Pflege gelernt. Jetzt bin ich in der Redaktion von hundebibel.de als Fachauthorin tätig und versuche, allen Hundebesitzern und Besuchern von hundebibel.de die oben genannten Themen ans Herz zu legen.

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